Frick

Für schnelleres Eingreifen: Polizei hat in Echtzeit Zugriff auf Kameras am Bahnhof

Am Bahnhof in Frick sind vier Kameras installiert.

Am Bahnhof in Frick sind vier Kameras installiert.

Überwachungskameras beim Bahnhof in Frick können neu vom Polizeiauto aus angesteuert werden. Damit kann Polizei schneller handeln.

Der Bahnhof Frick ist ein Hot Spot. Hier kommt es immer wieder zu Vandalenakten, Velodieb­stählen und anderen unschönen Szenen. Deshalb hat die Gemeinde im Januar vier Überwachungskameras installiert. Überwacht werden der Warteraum für Postauto-Passagiere, der Eingang der WC-Anlagen, das Parkhaus sowie die Velounterstände.

Die Kameras, die von der Beauftragten für Öffentlichkeit und Datenschutz genehmigt sind, sollen abschreckend wirken, das Sicherheitsgefühl der täglich rund 6000 Zug- uns Buspassagiere erhöhen und gleichzeitig bei der Aufklärung von Vorfällen helfen.

Neu kann die Polizei künftig auf die Kameras in Echtzeit zugreifen. Eine entsprechende Anpassung des Reglementes hat der Gemeinderat beschlossen. Ge­gen den Entscheid kann während 30 Tagen Verwaltungsbeschwerde erhoben werden.

Nur Zugriff auf Bahnhofskameras

Ziel der Massnahme ist, dass die Polizei schneller handeln kann. «Wenn ein Notruf von einer Person beim Bahnhof bei der Kantonalen Notrufzentrale eingeht, kann vom Patrouillenfahrzeug aus Einsicht in die Kameras genommen werden», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer. Dies könne zu wichtigen Erkenntnissen führen, die das sofortige Einleiten von Massnahmen ermögliche. Als Beispiel nennt Widmer das Aufgebot zusätzlicher Patrouillen oder weiterer Blaulichtorganisationen.

Direkten Zugriff auf die Kameras hat ausschliesslich die Polizei und dies auch nur auf die Kameras am Bahnhof. Bei den anderen 16 installierten Überwachungskameras an 7 Standorten – die meisten rund um Schulanlagen – werden die Daten aufgezeichnet und maximal sieben Tage gespeichert. Liegt eine Widerhandlung vor, müssen die Aufzeichnungen innert drei Ar­beitstagen ausgewertet werden. Ziel der Kameras ist «die Verhinderung und Ahndung von groben Sachbeschädigungen und erheblichen Verunreinigung und Diebstahl», wie es im Anfang zum Reglement heisst.

Positiver Effekt

Die Kameras haben sich laut Widmer «gut bewährt». Dies gilt insbesondere auch für die am Bahnhof. «Die Lage hat sich seither beruhigt.» Zudem konnten dank der Kameras bereits Straftaten aufgeklärt werden. Ob und wie stark die Velodiebstähle zurückgegangen sind, lässt sich derzeit noch nicht quantifizieren. «Dazu liegt noch keine Auswertung vor», so Widmer. Rückmeldung zu den Kameras gingen bei der Gemeinde bislang keine ein.

Im Zuge der Überarbeitung des Videoüberwachungsreglementes wurde die Zahl der möglichen Kamerastandorte reduziert. Waren bislang 24 Standorte gelistet, sind es jetzt noch 8. «Die Datenschutzbeauftragte lässt es nicht mehr zu, dass man Standorte im Voraus bewilligen lässt und erst bei Bedarf mit ­Kameras ausrüstet», erklärt Widmer. Vielmehr dürften nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip nur Standorte aufgeführt sein, bei denen das Erfordernis der Überwachung bereits heute gegeben ist.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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