Eiken

«Fukeneh»: Der Pub-Gründer zieht sich zurück und will das Lokal verpachten

René Jegge möchte sein Pub künftig verpachten.

René Jegge möchte sein Pub künftig verpachten.

Nach 16 Jahren möchte sich der Eiker Wirt René Jegge neu orientieren. Doch zuvor will er noch eine gute Lösung für das «Fukeneh» finden.

Angefangen hat alles auf einem Roadtrip: René Jegge, Marco John und weitere Kollegen reisten 2002 durch Kanada «und irgendwie liess uns der Gedanke nicht los, im Fricktal ein Canadian Pub zu eröffnen», wie René Jegge erzählt.

In ihrer Heimatgemeinde Eiken bot sich wenig später tatsächlich die Gelegenheit, die Idee umzusetzen. Zusammen mit Sascha Rösch übernahmen Jegge und John 2003 das Restaurant Bahnhof und eröffneten im September mit dem «Fukeneh» ihr kanadisches Pub.

Der Name geht dabei auf einen kanadischen Slangausdruck zurück, den sie auf dem Roadtrip aufgeschnappt haben und der «cool», «verrückt» oder «wahnsinnig» bedeuten kann.

Fünf Jahre lang jeden Tag geöffnet

Gastro-Erfahrung brachte nur René Jegge als gelernter Koch mit, die beiden Mitgründer kamen aus der Landwirtschaft und dem kaufmännischen Bereich. «Diese Kombination hat sich bewährt, wir haben uns hervorragend ergänzt», blickt Jegge auf die Anfangszeiten zurück.

Und auch das Pub schlug ein. «Die ersten fünf Jahre hatten wir 365 Tage im Jahr offen», so Jegge. Hatten die drei Gründer anfänglich noch ihre angestammten Jobs behalten, setzten sie bald ganz aufs Pub, schufen eine zusätzliche Vollzeitstelle und beschäftigten Aushilfen.

Der Boom nahm in der Folge etwas ab. «Dafür gibt es verschiedene Gründe», so Jegge. Das Ausgehverhalten der Fricktaler Jugendlichen habe sich mehr in die Städte verlagert, Stammtische verlören an Bedeutung, und auch das Rauchverbot sei für ein Pub nicht förderlich gewesen.

Dennoch blieben die Gästezahlen auf einem etwas tieferen Niveau stabil. «Das ‹Fukeneh› hat sich in Eiken etabliert und ich kann heute gut davon leben», sagt Jegge.

Mittlerweile betreibt er das Pub allein, seine Mitgründer haben sich in den letzten Jahren beruflich neu orientiert. Und jetzt, kurz nach seinem 40. Geburtstag, sieht auch Jegge die Zeit gekommen, dies zu tun. Nach 16 Jahren «Nachtschicht» sei er nun auf der Suche nach einem Job, in dem er nicht abends arbeiten müsse, sagt Jegge, nicht zuletzt um mehr Zeit für sein Privatleben zu haben.

Der neue Pächter braucht Herzblut

Deshalb hat Jegge nun das «Fukeneh» zur Pacht ausgeschrieben. «Ich möchte eine gute Lösung finden, bevor ich einen neuen Job antrete», sagt er. Im Pub stecke viel Herzblut – und so hofft Jegge auch auf einen Nachfolger, der Herzblut mitbringt. «Ich werde das Pub nicht an jemanden verpachten, von dem ich spüre, dass er mit meinen Gästen nicht kompatibel ist.»

Ideal wäre es laut Jegge, wenn der Wechsel im «Fukeneh» im Sommer erfolgen könnte. «Die Herbstmonate sind traditionell gute Monate, es würde meinem Nachfolger den Start vereinfachen», ist Jegge überzeugt.

Sein Post in den sozialen Medien habe doch einige Wellen geschlagen. Viele drückten nur ihr Bedauern aus, dass der Gründer aufhören möchte. «Doch es haben sich auch bereits Interessenten gemeldet.»

Das sind die Aargauer Gastro-News 2020

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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