Oeschgen
Gehen die Kinder bald im Container zur Schule?

In Oeschgen wird über die Schulraumerweiterung abgestimmt. Der Gemeinderat legt den Stimmberechtigten zwei Varianten vor.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
Der Schulraum muss erweitert werden.

Der Schulraum muss erweitert werden.

dka (2. November 2018

Eigentlich wäre eine ausserordentliche Gemeindeversammlung angedacht gewesen. Aufgrund der Pandemie findet stattdessen eine Urnenabstimmung statt. So haben die Oeschger Stimmberechtigten nun am Sonntag, 31. Januar, die Wahl: Der Gemeinderat legt ihnen dann zwei Varianten zur Schulraumerweiterung vor.

Auf insgesamt 18 Seiten erläutert der Gemeinderat in den Unterlagen dazu, was hinter den Planungen steckt. Das Thema Schulraum beschäftigt die Gemeinde bereits seit Jahren. So wurde 2018 ein Planungskredit für ein Erweiterungsprojekt vorgelegt – nach längerer Diskussion an der Gemeindeversammlung allerdings zurückgewiesen, verbunden mit dem Auftrag an den Gemeinderat, mehrere Varianten für die Schulraumerweiterung auszuarbeiten.

Aufstockung auf dem Dach oder Container

Wie aus den Abstimmungsunterlagen hervorgeht, hat der Gemeinderat gemeinsam mit einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe insgesamt vier Varianten ausgearbeitet. Zur Auswahl stehen nun deren zwei. «An einer Urnenabstimmung kann gemäss der Gemeindeabteilung des Kantons nur zwischen zwei Anträgen ausgewählt werden», erklärt Gemeindeammann Christoph Koch auf Nachfrage der AZ. Die Erweiterung des Schulraumes lasse aber keinen Aufschub zu, da spätestens ab Sommer 2022 mehr Schulraum benötigt wird.

Bei der vorgelegten Variante A2 handelt es sich um einen dreigeschossigen Containerbau. Im Erdgeschoss befindet sich unter anderem ein Gruppen- und ein Kindergartenraum, in den Obergeschossen sind je zwei Schulzimmer und je ein Gruppenraum vorgesehen. «Diese Variante umfasst das von der Schulpflege geforderte Raumprogramm», heisst es in den Unterlagen. Ein weiterer Vorteil: Die Anlage könnte innerhalb von sechs bis acht Monaten erstellt werden.

Bei der zweiten vorgelegten Variante C handelt es sich um eine Aufstockung der Pausenhalle. Das bestehende Schulhaus ist mit einem eingeschossigen Zwischendach mit der Turnhalle verbunden. Dieser Zwischenbau soll mit zwei grossen Klassenzimmern und zwei Gruppenräumen sowie einem multifunktionalen Raum aufgestockt werden. Durch die Aufstockung stünden der Schule neu sieben Raumeinheiten, drei Gruppenräume und die entsprechenden Nebenräume zur Verfügung. «Diese Aufstockung fixiert die Schulhauserweiterung als Generationenlösung, welche jedoch das von der Schule gewünschte Raumprogramm nicht vollständig zu erfüllen mag», heisst es dazu. Der Bau wäre behindertengerecht, der Gemeinderat hält das Projekt innerhalb von zwei Jahren für realisierbar.

Aufstockung wäre auf lange Sicht günstiger

Die Erstellungskosten liegen beim Container bei 2,07 Millionen Franken, bei der Aufstockung rechnet die Gemeinde mit 2,17 Millionen Franken. Das Mobiliar hinzugerechnet, würde der Container mit 2,345 Millionen Franken gar etwas teurer als die Aufstockung (2,34 Millionen Franken). Auch bei den jährlichen Betriebskosten schneidet die Aufstockung (113'000 Franken) besser ab als der Container (199'000 Franken).

«Es gilt, einerseits den Anforderungen der Schule und dem aktuellen Bildungsmodell gerecht zu werden. Andererseits müssen wir auch die Finanzen der Gemeinde im Auge behalten», sagt Koch. Dieser Spagat gelinge mit beiden vorgelegten Varianten, ist er überzeugt. Der Gemeinderat bevorzuge die Aufstockung: «Dabei handelt es sich um eine langfristige Lösung», so Koch.

«Wir möchten einen breit abgestützten Entscheid», sagt er. Die Stimmberechtigten haben die Möglichkeit, bis 22. Januar dem Gemeinderat schriftlich Fragen einzureichen. Diese würden dann bis am 25. Januar beantwortet und anonymisiert publiziert, so Koch. Eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung mag er nicht abgeben. Klar ist: Der Entscheid an der Urne ist endgültig, es gibt keine Referendumsmöglichkeit.