Wer sein Sandwich für 4.90 Franken mit 98 Fünf-Rappen-Münzen bezahlt, macht sich beim Verkaufspersonal möglicherweise unbeliebt – aber er handelt legal. Im Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel steht unter Artikel 3: «Jede Person ist gehalten, bis zu 100 schweizerische Umlaufmünzen an Zahlung zu nehmen.»

Eine Umfrage bei Detailhändlern in der Region zeigt: Es kommt selten vor, dass Kunden mit viel Münz statt einer Note bezahlen möchten. Aber wenn, dann sind die Angestellten angehalten, die Münzen zu akzeptieren. Der Tenor lautet, Geld ist Geld. «Wir nehmen Schweizer Münzen ohne Einschränkung», sagt etwa Ruedi Berner von der Confiserie Berner in Rheinfelden.

Das Sparschwein geplündert

Beim Spielwarenhändler Binkert in Frick kommt es ab und zu vor, dass – vor allem ganz kleine – Kunden mit Münz bezahlen wollen. «Wir haben oft Kinder, die Sackgeld zusammengespart haben und mit Münz einen grösseren Betrag bezahlen», sagt Geschäftsführerin Sybille Bachmann.

«Für uns ist das überhaupt kein Problem.» Die Kinder seien schliesslich die Kunden der Zukunft, sagt Bachmann und erzählt von einem Kunden, der als Kind jeweils sein Sparschwein geplündert habe für neues Spielzeug und heute noch im Binkert einkaufe – mittlerweile für seinen Sohn.

Auch bei der Confiserie Kunz in Frick werde Münz als Zahlungsmittel akzeptiert, sagt Markus Kunz. Handelt es sich um grosse Mengen, so gilt es zu unterscheiden: «Ist eine Bezahlung nach gesundem Menschenverstand in Ordnung oder geht es einfach darum, die Angestellten zu provozieren», sagt Kunz. Wobei: Letzteres ist ihm noch nie zu Ohren gekommen.

Bei den Grossverteilern ist der Grundsatz gleich: «Wenn Kunden mit Münzen zahlen wollen, nehmen wir diese an», heisst es bei Coop. «Wir handhaben das nach gesundem Menschenverstand: Die Kassiererin nimmt so viele Münzen an, wie in einer vernünftigen Zeitspanne gezählt werden können, sodass nachfolgende Kunden nicht unnötig aufgehalten werden», teilt die Migros mit.

Und bei Aldi heisst es: «Unsere Verkaufsmitarbeitenden sind angehalten, situativ zu entscheiden. Insbesondere bei Kindern, älteren Personen oder Menschen mit Einschränkungen sind die Mitarbeitenden gerne behilflich dabei, Münzgeld abzuzählen.»

Für grosse Noten fehlt das Rückgeld

Eine Herausforderung stellt für die Detailhändler in der Region eher der umgekehrte Fall dar – also Kunden, die kleinere Beträge mit einer grossen Note, etwa einer 1000er-Note, bezahlen möchten. Auch das ist erlaubt. «Schweizerische Banknoten müssen von jeder Person unbeschränkt an Zahlung genommen werden», heisst es dazu im Gesetz.

«Solch grosse Noten sind eher selten», sagt Ruedi Berner. «Wir können sie nur annehmen, wenn genügend Rückgeld in der Kasse ist», sagt Berner. Ähnlich tönt es beim Elektronikhändler Rechsteiner in Rheinfelden: «Die Bezahlung mit bis zu 200er-Noten ist kein Problem.

Bei grösseren Noten verweisen wir auf die Banken und die Poststelle in der Nähe», sagt Hansueli Rechsteiner. Und Sybille Bachmann vom Binkert meint: «Mit einer 1000er-Note kann es am Morgen schon mal vorkommen, dass wir nicht herausgeben können.»