Magden

Gemeindeammann zu finanzieller Entwicklung der letzten Jahre: «Der Handlungsspielraum wird enger»

Geht alles nach Plan, starten die Bauarbeiten beim ehemaligen Forstwerkhof Ende Januar.

Geht alles nach Plan, starten die Bauarbeiten beim ehemaligen Forstwerkhof Ende Januar.

Magden lässt über den Neubau beim ehemaligen Forstwerkhof entscheiden – und budgetiert für 2021 einen Finanzierungsfehlbetrag.

Solange der Bund kein allgemeines Versammlungsverbot ausspricht, gedenkt die Gemeinde Magden, ihre Einwohner- und Ortsbürgergemeindeversammlung am 4. Dezember abzuhalten. Vorab gaben Gemeinde­ammann André Schreyer, Vizeammann Rudolf Hertrich und Gemeindeschreiber Severin Isler in einem Pressegespräch die Traktanden einer Versammlung bekannt, die nicht nur für positive Nachrichten sorgen dürften.

Unter Traktandum 6 wird der Gemeinderat beantragen, dem Budget 2021 mit einem Umsatz von knapp 18,8 Millionen Franken zuzustimmen. Angesichts der finanziellen Entwicklung der letzten Jahre sprach der Magdener Gemeindeammann von einem «immer enger werdenden Handlungsspielraum». Der Nettoaufwand für die Gemeinde habe sich von knapp über sechs Millionen Franken im Jahre 2006 auf über elf Millionen Franken im Jahr 2021 erhöht. Nicht im selben Masse stiegen jedoch Einnahmen durch Steuern und Finanzausgleich.

Als einen Hauptgrund machte Schreyer steigende externe, von Bund und Kanton auferlegte finanzielle Verpflichtungen aus. Noch sei es «ein Jammern auf hohem Niveau», räumte er ein. Der Finanzplan prognostiziere für das Jahr 2024 jedoch ein Aufbrauchen des Gemeindevermögens. Für das Jahr 2021 ist ein Finanzierungsfehlbetrag von 2,67 Millionen Franken angekündigt, das Nettovermögen der Gemeinde verringert sich auf 1,87 Millionen Franken.

Behindertengerechter Ausbau der Bushaltestelle

Gleich über drei Verpflichtungskredite für teils erhebliche Bauvorhaben wird die Versammlung zu entscheiden haben. Auf 147'000 Franken beläuft sich der Kredit für den behindertengerechten Ausbau der Postbushaltestelle an der Post. Hintergrund der Massnahme ist das bis 2023 umzusetzende Bundes­gesetz über die Beseitigung der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung. Der Anteil der Gemeinde an den Baukosten beträgt 60 Prozent. 40 Prozent trägt der Kanton.

Über 619'000 Franken beläuft sich der Kredit für die Instandsetzung der Gemeindestrasse «Im Stigler» sowie die Sanierung der dort verlaufenden Wasserleitungen. Inzwischen hätten sich schon 14 Wasserleitungsbrüche angesammelt, informierte Vizeammann und Bauexperte Hertrich.

Das Problem sei zwar schon länger bekannt. Bewusst habe die Gemeindeverwaltung abgewartet, um Strasse und Wasserleitungen gemeinsam anzugehen.

Baustart beim Forstwerkhof schon im Januar

Mit Abstand grösster Posten wird 2021 die Übersiedelung des Bauamts sein. Auf dem Areal des ehemaligen Forstwerkhofs wird ein zweigeschossiger Neubau entstehen, der eine Werkhalle, eine Werkstatt, Sitzungs-, Büro- und Aufenthaltsräume sowie Garderoben und Sanitäranlagen beherbergen wird. Das ehemalige Forstwerkhofgebäude wird erhalten bleiben und als Lagerhaus dienen. Auf der südlichen Seite des Neubaudaches wird eine Photovoltaikanlage installiert.

Für die Realisierung des Projektes will der Gemeinderat der Versammlung einen Antrag auf einen Kredit in Höhe von über 3,1 Millionen Franken vorlegen. Den Terminplan für den Bau bezeichnete Schreyer als «sportlich». Die Baubewilligung vonseiten des Kantons sei erteilt.

Sobald der Kredit bewilligt sei, würden noch vor Weihnachten die Ausschreibungen veröffentlicht. Ende Januar könne mit der Baustelleninstallation begonnen werde, hofft Schreyer. Ende des Jahres 2021 soll der Bau abgeschlossen sein.

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