23 Gemeinden haben an der Umfrage teilgenommen. In den restlichen neun Gemeinden ist die Rechnung entweder noch nicht endbereinigt oder die Gemeinden wollen sie erst zu einem späteren Zeitpunkt offenlegen.

Ein Blick auf die vorliegenden Abschlüsse bestätigt den kantonsweiten Trend: Die Abschlüsse sind um ein Mehrfaches besser als budgetiert. So hatten die 23 Gemeinden einen kumulierten Überschuss von knapp 1,3 Millionen Franken budgetiert – herausgekommen ist ein Überschuss von insgesamt 11,6 Millionen Franken. Rechnet man Kaiseraugst heraus, das die Rechnung mit einem Minus von rund 3,3 Millionen Franken abschliesst, so beläuft sich der kumulierte Überschuss sogar auf gut 14,9 Millionen Franken – das sind über zehnmal mehr als budgetiert.

Ein Blick auf die Rechnung von Kaiseraugst zeigt zudem: Grund zur Sorge muss man sich hier nicht machen. Im Gegenteil. Der Steuerertrag bei der Quellensteuer der natürlichen Personen lag knapp 1,8 Millionen Franken über Budget, jener bei den juristischen Personen – also den Firmen – sogar um 4,4 Millionen Franken über dem Soll. Dass dennoch ein Aufwandüberschuss resultierte, hat zwei Gründe: erstens eine Rücklage von sechs Millionen Franken als Beitrag an die Sanierung des Hallenbades. Zweitens eine Abwertung der Liegenschaften im Finanzvermögen um 4,1 Millionen Franken.

Von den 23 Gemeinden schliessen 21 ihre Rechnung besser ab als budgetiert – und zwar zwischen 118 456 (Münchwilen) und 1,86 Millionen Franken (Magden). Über eine Million besser als budgetiert schliessen auch Frick, Zeiningen und Gipf-Oberfrick die Rechnung 2018 ab. Über 900 000 Franken über Budget liegen Mettauertal, Laufenburg und Wallbach.

Neben Kaiseraugst die einzige Gemeinde, die schlechter abschliesst als budgetiert, ist Oeschgen. «Budgetiert war ein Gewinn auf Landverkauf von 640 000 Franken», erklärt Ralf Pfaff, Leiter Finanzen, die Abweichung. «Dieser Verkauf konnte im 2018 noch nicht über die Bühne gehen.»

Höhere Steuern, Minderausgaben

Nach den Gründen für den besseren Abschluss gefragt, hört man vor allem drei Punkte. Erstens höhere Steuereinnahmen. So lagen die Steuereingänge in Gipf-Oberfrick um 400'000 Franken über Budget. Hinzu kam in Gipf-Oberfrick ein unerwarteter Eingang von Aktiensteuern, «bei der es sich um eine einmalige Nachzahlung handelt», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. Als dritten Grund nennt er einen, den ebenfalls fast alle Gemeinden anführen: Die Ausgaben konnten tiefer gehalten werden als budgetiert. In Gipf-Oberfrick lag der Minderaufwand bei 600'000 Franken.

Die Minderausgaben fallen häufig bei der Sozialhilfe und bei den Restkosten für Pflegefälle an. So etwa in Stein. In Herznach lagen neben allgemeinen Kosteneinsparungen auch die Ausgaben im Asylwesen tiefer. Ebenfalls für Minderausgaben sorgte die Zurückstellung von Projekten – etwa in Ueken, Münchwilen oder Zuzgen. In Zuzgen verhalf zum besseren Ergebnis zudem, dass die Gemeinde von einer Einwohnerin etwas erben konnte. Einen weiteren Grund für den besseren Abschluss nennt Florian Wunderlin, Gemeindeschreiber in Mettauertal. «Das deutlich über dem Budget liegende Ergebnis ist hauptsächlich auf die Neubewertung der Liegenschaften des Finanzvermögens und die damit entstandenen Buchgewinne zurückzuführen.» Dies nennen auch andere Gemeinden als Grund für das bessere Ergebnis. Liegenschaftsverkäufe – in Frick etwa das ehemalige Polizeigebäude – tragen ebenfalls zum guten Ergebnis bei.

Marco Waser, Stadtschreiber von Laufenburg, fasst es, stellvertretend für viele Gemeinden, so zusammen: «Mehreinnahmen bei den Steuern und konsequente Budgetkontrolle» führten zum besseren Ergebnis.

Die deutlich besseren Rechnungsabschlüsse lassen bereits in einigen Gemeinden den Ruf nach Steuersenkungen laut werden. Zur Erinnerung: Auf 2018 nahm der Kanton mit den Gemeinden einen Steuerfussabtausch von drei Prozent vor. Die Gemeinden waren deshalb angehalten, ihren Steuerfuss um drei Prozent zu senken – oder dem Souverän eine Steuerfusserhöhung zu beantragen. 13 der 32 Gemeinden nutzten die Gunst der Stunde und senkten den Steuerfuss auf 2018 hin nicht. In den meisten der 13 Gemeinden liegt die Steuerbelastung heute deshalb um drei Prozent höher als 2017. In drei Gemeinden stieg der Steuerfuss sogar an; am stärksten in Oberhof, wo die Gesamtbelastung heute um acht Steuerfussprozent höher liegt.