Gipf-Oberfrick
Brunnenmeister-Zwist: Kanton weist gegen Gemeinderat eingereichte Beschwerde ab

Die Enttäuschung bei Peter Rickenbach und seinen vier Mitstreitern ist gross. Die Gemeindeabteilung weist ihre Beschwerde, in der sie dem Gemeinderat eine Kompetenzüberschreitung bei der Einführung eines Regionalen Brunnenmeisterdienstes vorwerfen, ab. Auf einen Weiterzug vors Verwaltungsgericht verzichtet das Quintett.

Dennis Kalt
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Seit Anfang Jahr bereits ist der Regionale Brunnenmeisterdienst für die Gemeinden Frick, Gipf-Oberfrick und Wittnau tätig.

Seit Anfang Jahr bereits ist der Regionale Brunnenmeisterdienst für die Gemeinden Frick, Gipf-Oberfrick und Wittnau tätig.

Symbolbild: Pius Amrein/LZ

Es war ein Politikum, das in Gipf-Oberfrick für dicke Luft sorgte: Die Regionalisierung der Brunnenmeisterdienste – samt Auslagerung deren Führung in die Hände der Gemeinde Frick. Speziell das Vorgehen des Gemeinderates, den Entscheid nicht vors Volk zu bringen, sondern eigenwillig einen Vertrag mit dem Fricker Gemeinderat abzuschliessen, stiess einigen im Dorf sauer auf.

Mit dem Argument der Kompetenzüberschreitung reichten fünf Einwohner Beschwerde ein. Aus einer Mitteilung des Gemeinderates geht nun hervor, dass der Kanton die Beschwerde «vollumfänglich abgewiesen» hat und der Entscheid mittlerweile in «Rechtskraft erwachsen» ist.

Bewusst gegen einen Weiterzug entschieden

Peter Rickenbach, einer der Beschwerdeführer, zeigt sich enttäuscht über den Entscheid der Gemeindeabteilung. Man habe zwar erwogen, die Beschwerde vors Verwaltungsgericht weiterzuziehen. Aber:

«Im Sinne des Gemeinwohls haben wir uns gegen einen Weiterzug entschieden.»

Denn vor dem Hintergrund, dass der Regionale Brunnenmeisterdienst bereits angelaufen ist, hätte eine erfolgreiche Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht die Gemeinde vor Probleme gestellt, so Rickenbach.

Eines ist für ihn aber klar: Man werde genau beobachten, wie sich der Regionale Brunnenmeisterdienst etabliere, ob er auch so speditiv seine Aufgaben ausführe, wie es zuvor mit dem eigenen Brunnenmeisterdienst im Dorf der Fall war.

Seit Anfang Jahr nun ist der Regionale Brunnenmeisterdienst für die Gemeinden Frick, Gipf-Oberfrick und Wittnau tätig. Momentan umfasst das Team drei Personen mit 250 Stellenprozenten – zuvor beschäftigte Gipf-Oberfrick einen eigenen Brunnenmeister mit einem Pensum von 70 Stellenprozent. Gemeindeschreiber Urs Treier sagt:

«Die Vorteile ergeben sich nicht von einem Tag auf den anderen. Wie überall braucht es eine gewisse Anlauf- und Einarbeitungszeit.»

Der Übergang jedoch sei problemlos erfolgt. Der Betrieb, die Wartung und Kontrolle aller Anlagen funktioniere. «Der Austausch zwischen den Gemeinderäten, Bauverwaltungen und Kanzleien der beteiligten Gemeinden ist eng und unkompliziert», sagt Treier.

Positive Kosteneffekte durch Auftreten im Verbund

Die Vorteile der Regionalisierung würden sich mittel- bis langfristig zeigen. Denn: «Bei vielen Arbeiten und Themen gibt es Synergien», sagt Treier. So könne jetzt die wichtige Aus- und Weiterbildung im Verbund vorgenommen werden. Gleiches gelte für die Beschaffung von Geräten.

Die Betreuung der Versorgungs- und Aufbereitungsanlagen setze viel Fachkompetenz voraus. Treier sagt: «Personen mit einer solchen Ausbildung sind auf dem Arbeitsmarkt rar und arbeiten lieber in einem Team mit als in Teilzeitanstellungen auf kleineren oder mittleren Gemeinden.»

So ist er denn überzeugt: Mittel- bis langfristig bedürfen solche spezialisierte technischen Dienste für kleinere und mittlere Gemeinden einer Zusammenarbeit.