Gipf-Oberfrick
Für den Gemeinderat bleibt die Verkehrsberuhigung auf der Agenda

Beim Urnengang am 7. März hat das Stimmvolk von Gipf-Oberfrick zwar Nein zu Tempo 30 im Dorf gesagt. Doch der Anteil von immerhin 46 Prozent Ja-Stimmen für die Einführung sieht der Gemeinderat als Auftrag, beim Thema Sicherheit und Geschwindigkeitsreduktion am Ball zu bleiben.

Hans Christof Wagner
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Freiwillig kann in Gipf-Oberfrick Tempo 30 gefahren werden, Pflicht ist es nicht.

Freiwillig kann in Gipf-Oberfrick Tempo 30 gefahren werden, Pflicht ist es nicht.

Bild: Dennis Kalt (1. März 2021)

Der Souverän hat die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf den Quartierstrassen im Dorf mit 887 Nein- und 769 Ja-Stimmen abgelehnt: 54 Prozent sagten Nein, 46 Prozent Ja. Der Gemeinderat wertet den Umstand, dass sich eine «beachtliche Anzahl von 46 Prozent der Stimmberechtigten für eine Änderung der jetzigen Situation ausgesprochen hat» als Auftrag dafür, beim Thema Verkehrsberuhigung dranzubleiben. So schreibt er in einer jetzt von ihm veröffentlichen Mitteilung.

Schulwegsicherheit, Lärm und Lebensqualität weiter aktuell

«Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf den Quartierstrassen scheint vom Tisch zu sein», so die Schlussfolgerung. Aber: Gegen einzelne Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit spreche nichts. Themen wie Schulwegsicherheit, Lärm und Lebensqualität auf den Quartierstrassen blieben aktuell. Vizeammann Georg Schmid sagt:

«Dass es sinnvoll ist, da und dort gezielt anzusetzen, erkennen teils auch die Gegner der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 an.»

Wo das sein könnte, gelte es nun gemeinsam festzulegen. Mit im Gesamtpaket Tempo 30 waren am 7. März zwei Begegnungszonen, wo es mit Tempo 20 noch ein Stück langsamer hätte werden sollen. Der Gemeinderat würde gerne, trotz des Neins, deren Umsetzung weiterverfolgen. Vorgesehen waren diese 20er-Zonen am Hüttenweg rund um die Schule und am Sägeweg mit dem Spielplatz im Zentrum.

Besprechungen mit der Verkehrskommission bis Sommer

Bis zum Sommer, kündigt der Gemeinderat an, sollen die weiteren Schritte mit der Verkehrskommission besprochen werden. Danach sei der Austausch mit den Gegnern und Befürwortern von Tempo 30 geplant. Dort stossen die Pläne der Exekutive auf Nachfrage der AZ schon jetzt auf ein geteiltes Echo. «Aktuell sehen wir keinen generellen Handlungsbedarf», sagt Emanuel Suter vom Komitee «Gegen die Einführung von Tempo 30». Melanie Jenni vom Komitee «Pro Tempo 30 für mehr Wohnqualität» ist anderer Meinung. Sie sagt:

«Die Verkehrssicherheit ist ein grosses und wichtiges Thema und ich bin froh, dass der Gemeinderat der gleichen Meinung ist und weiterhin nach entsprechenden Lösungen sucht.»

«Entsprechende Lösungen» könnten für Schmid auch darin bestehen, Tempo 30 punktuell in gewissen Quartieren einzuführen. Von sich aus strebe der Gemeinderat das zwar nicht an. «Aber wenn die Forderung von den Anwohnern selbst kommt, wäre es falsch, das nicht aufzugreifen», sagt der Vizeammann.

Pro Komitee: Votum der Stimmbevölkerung akzeptieren

«Ich denke nicht, dass nochmals ein Vorstoss für eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 kommt. Die Stimmbevölkerung hat sich dazu deutlich geäussert und dies muss nun so akzeptiert werden», sagt Jenni. Der Gemeinderat bleibt in seiner Medienmitteilung weniger deutlich. Darin heisst es:

«Tempo 30 flächendeckend in allen Quartieren wird zumindest mittelfristig nicht mehr aufgenommen.»

Schmid auf Nachfrage: «Mittelfristig heisst für mich drei bis fünf Jahre.»