Einen Fasnachtsgottesdienst voll herrlicher Lebensfreude, augenzwinkerndem Humor, aber auch mit aller Ernsthaftigkeit feierte die christkatholische Gemeinde Möhlin mit vielen Gästen aus dem Fricktal in der Kirche St. Leodegar am Wochenende.

Bereits seit 18 Jahren gibt es diesen ganz besonderen Gottesdienst in der Gemeinde, der die unbeschwerte Fröhlichkeit des Brauchtums verbindet mit dem Glauben, bei dem lustvolle Narrenpredigt, Aktuelles und Geschichten aus der Bibel eine ganz spezielle Bedeutung bekommen.

Rasant ging gleich zu Beginn die Post ab mit den wilden Kerlen und den feinen Damen der Band «La Guggaratscha» sowie den Ryburger Gugger. Ein Ohrenschmaus waren die jazzig mitreissenden Rhythmen, für die sie begeisterten Applaus bekamen. Pfarrer Christian Edringer als fröhlicher Don Christiano unterstrich im Eröffnungsgebet den Spass am Leben, dankte für diese närrischen Zeiten, für Buntheit, Vielfalt und fand, dass Guggemusik, Gesang und Tanz doch ein wunderbares «Halleluja» sind. Er erzählte vom ersten Wunder Jesus im Dorf Kana in Galiläa und berichtete mit tiefbekümmerter Miene und Schalk in den Augen, wie er im sprichwörtlichen Sinn vom «Obermöhliner per Amt» bei der Gestaltung dieses Fasnachtsgottesdienstes wegen eines nicht verschiebbaren Urlaubes «sitzen gelassen wurde». 

Doch wozu hat man gute Freunde? In höchster Not sprangen fünf Brüder von der SHG Amnesia in Balaari ein. Mit grossartig witzigen Anekdoten aus dem prallen kirchlichen Leben heiterten die Mönche nicht nur den gebeutelten Don Christiano auf, sondern natürlich auch die Gottesdienstbesucher. Da hatten sie zum Beispiel die Episode parat, in der ein katholischer und evangelischer Priester mithilfe einer sehr alten Frau abklären, wann eigentlich Leben beginnt. Die Frau: Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Mann hoffentlich glücklich im Jenseits. Oder ein Schulrektor ganz praktisch zwischen den Streithähnen Hansi, dessen Vater und dem Religionslehrer klärt, wer die Mauer von Jericho zerstört hat. Warum sich darüber aufregen, findet der Rektor, sie per Kostenvoranschlag einfach reparieren!

Ein Schluck Messwein

Als Dank für Aufmunterung und Hilfe bekamen die Mönche einen guten Messwein, gemeinsam durfte der köstliche Saft schon mal am Altar ausprobiert werden. Die Frage, ob Jesus dieses Fest mit ebensolcher Freude gefeiert hätte, beantwortete Pfarrer Edringer eindeutig mit Ja. Mit ebensolcher Ernsthaftigkeit sprach er aber auch das Dankgebet, den Segen, gedachte derer, die nicht mehr dabei sein können.

Beim anschliessenden Apéro vor dem Gotteshaus hatte kaum einer wirklich Lust, schon nach Hause zu gehen. Lebhaft wurde miteinander geschwatzt und gelacht.