Erhebliche Einwände gegen den derzeitigen Planungsstand zur Errichtung von atomaren Endlagern in der benachbarten Schweiz äusserten Vorsitzender Hans-Eugen Tritschler und Iris Frei (Herz nach/Schweiz), beide Mitglieder der Regionalkonferenz «Endlager Böz berg». Zur Sprache kamen vor allem Sicherheitsaspekte. «Über viele Details besteht noch völlige Unkenntnis, den noch wird die Planung vorangetrieben», sagte Tritschler.

Erfahrungen fehlen

Als Beispiele nannte er mögliche Auswirkungen beim Durchstossen von Grundwasservorkommen und die Tatsache, dass bezüglich der ausgewählten Opalinustonschicht weltweit keinerlei Erfahrungen vorlägen. Als weiteres Problemfeld bezeichnete er die Rückholbarkeit. Der vergrabene Atommüll müsse im Notfall zurückgeholt werden. Wohin damit? Ein zweites Lager sei in der Planung nicht vorgesehen. Ferner seien die Behälter nur für die unterirdische Lagerung geeignet. «Nicht zuletzt stellt sich die Frage der Kosten und Folgekosten für eine solche Aktion», sagte Tritschler. Kritik wurde in der Aussprache an einzelnen Schweizer Kommunen geübt, die möglicher Steuereinnahmen wegen schon jetzt «Schlange stehen». Reges Interesse fand ein Referat von Wolfgang Kreuz aus Emmendingen zur kleinen Wasserkraft. Unter Kreuz’ Regie entstanden an Bächen und Gewerbekanälen bereits fünf Kleinkraftwerke. «Es gibt viele Hürden, doch es lohnt sich, wenn zuvor die zur Verfügung stehende Wassermenge und das Gefälle ermittelt werden», sagte er.

Vielzahl von Standorten

Bezüglich des hiesigen Raums listete Tritschler eine Vielzahl von möglichen Standorten auf. «Wir verfügen über ausreichend Potenzial», regte er zum Nachdenken an. Seine Visitenkarte gab der Bundestagskandidat Peter Schanz aus Hohentengen ab. «Die Wähler werden zunehmend offener für die Grundanliegen unserer Partei wie Umweltschutz, Frauenquote, Energiewende, Mindestlohn oder mehr Bürgerbeteiligung», führte er aus. Bei einer möglichen Wahl werde er sich der Themen Endlager, Flugverkehr, Energiewende und Atdorf annehmen», kündigte er an, zumal die Region durch keinen grünen Abgeordneten in Berlin vertreten sei.