Sisseln
Hallenbad-Miete wird acht Mal teurer: Jetzt muss die SLRG Fricktal die Mitgliederbeiträge erhöhen

Die Jahrespauschale für das Hallenbad Sissila steigt für die SLRG Fricktal in 2018 von 3000 auf 25'000 Franken an. Die Mitgliederbeiträge müssen stark erhöht werden.

Dennis Kalt
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Das Hallenbad Sissila in Sisseln schreibt rote Zahlen.

Das Hallenbad Sissila in Sisseln schreibt rote Zahlen.

Marianne Doornenbal;zvg;

Das Hallenbad Sissila schreibt einen Verlust von rund 300'000 Franken im Jahr – zu viel für den Sissler Gemeinderat. Dieser will mit einem neuen Betriebskonzept ab August den Verlust um rund 100'000 Franken senken. Unter anderem sieht das neue Konzept eine getrennte Nutzung des Hallenbades für Schulen, Vereine und Schwimmschulen sowie der Öffentlichkeit vor. Weiter müssen Mieter tiefer in die Tasche greifen.

Finanziell zu spüren bekommt dies die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Fricktal. Betrug die jährliche Mietpauschale bisher 3000 Franken pro Jahr, so muss der Verein in diesem Jahr für das Wasser eine Miete von rund 25'000 Franken berappen. Der SLRG-Fricktal-Präsident Volker Joh schätzt, dass sich die Mietpauschale für 2019 auf zwischen 40'000 bis 50'000 Franken belaufen wird – in 2019 gilt das neue Betriebskonzept erstmals im ganzen Jahr. «Wir werden an der Generalversammlung Ende April vorschlagen, die Mitgliedergebühr von 170 auf 400 Franken zu erhöhen», so Joh, der nachschiebt, dass man im Falle eines negativen Entscheides die Jugendabteilung auflösen müsse.

Davon geht Joh jedoch nicht aus. Zwar sei die Erhöhung happig, die Mitglieder der SLRG Fricktal wüssten jedoch, dass der aktuelle Beitrag im Vergleich zu anderen SLRG-Sektionen tief sei. «Dies ist auf die ‹Goodwill›-Preise zurückzuführen, die uns die Gemeinde für die Hallenbad-Nutzung gegeben hat», so Joh, der vor dem Hintergrund des «Verursacherprinzips» die Mietpreiserhöhung nachvollziehen kann.

Untervermietung der Bahnen

Doch das neue Konzept hat für den Verein auch einen Vorteil: Künftig besteht die Möglichkeit, einzelne Bahnen während den eigenen Nutzungszeiten unterzuvermieten. «Wir haben diesbezüglich schon Gespräche mit einer Gruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft sowie mit kleineren Schwimmschulen geführt und einige Zusagen erhalten», so Joh.

Ein Nachteil entsteht ab August für die jungen Wettkampfschwimmer. Konnten diese bisher noch drei Mal in der Woche trainieren – Montag, Donnerstag und Samstag –, wird dies ab August nur noch zwei Mal – am Montag und Freitag – möglich sein. Dies deshalb, weil sich durch das Konzept der getrennten Nutzung die Werktage ändern, an denen die SLRG das Hallenbad nutzen kann. «Weil nun die Leistungsschwimmer nicht mehr am Donnerstag, sondern am Freitag trainieren müssen, ist die Zeit für die Regeneration zu kurz, um schon wieder am Samstag ins Becken zu steigen», erklärt Joh, der hofft, dass dies nicht die Leistung an den Wettkämpfen beeinträchtigt.

Ebenso betroffen ist Elisabeth Periclès, Leiterin der Schwimmschule der SLRG Fricktal. «Ich habe den Preis für die Kurse leicht erhöhen müssen», sagt sie. Ein grosser Nachteil für die Schwimmschule war bis vor kurzem, dass diese das Hallenbad ein ganzes Jahr hätte mieten sollen, während die Kursanmeldungen pro Quartal erfolgen. «Der Gemeinderat hat mir nun drei Mal im Jahr eine Kündigungsmöglichkeit mit einer Frist von einem Monat gegeben. Das senkt das finanzielle Risiko stark», sagt Periclès.

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