Mettauertal
Harte Diskussionen und ein Abschied an der Gemeindeversammlung

Der Steuerfuss wird auf 109 Prozent erhöht – über die Bücher muss der Gemeinderat bei der eigenen Pensionskasse.

Horatio Gollin
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Gemeindepräsident Peter Weber, Renate und Robert Keller und Regierungsrat Urs Hofmann bei der feierlichen Verabschiedung des Vizepräsidenten.

Gemeindepräsident Peter Weber, Renate und Robert Keller und Regierungsrat Urs Hofmann bei der feierlichen Verabschiedung des Vizepräsidenten.

Horatio Gollin

Die Mettauertaler zeigten sich an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend diskussionsfreudig. Kritische Fragen warf der Verpflichtungskredit über 190 000 Franken für die Verlegung und Öffnung des «Widbächlis» im Ortsteil Oberhofen auf.

Das Thema war durch den Erweiterungswunsch eines Autoservices aufgekommen, der durch den über das Grundstück verlaufenden Bach behindert wird. Da der eingedolte Bach zudem durch ein Rohr mit zu kleinem Durchmesser fliesst, seien die Bachverlegung und -öffnung auch eine notwendige Massnahme des generellen Entwässerungsplans (GEP), wie Vizepräsident Robert Keller ausführte.

Der Bach soll auf eine angrenzende landwirtschaftliche Nutzfläche verlegt werden. Protest gab es seitens des Landwirts. Auch andere Stimmen kritisierten das Projekt und der Antrag, den Tagesordnungspunkt auf die nächste Gemeindeversammlung zu verschieben, wurde angenommen.

Ehrenbürger per Akklamation

Auf Vorschlag von Gemeindepräsident Peter Weber wurden Vizepräsident Robert Keller und seine Ehefrau Renate zu den ersten Ehrenbürgern der Gemeinde Mettauertal ernannt. Keller tritt zum Ende des Jahres von seinem Amt ab. Mit der Ehrenbürgerschaft sollte seine Tätigkeit für die Gemeinde Hottwil und nach dem Zusammenschluss für Mettauertal gewürdigt werden. Zwischen 1994 bis 2010 war Keller Gemeinderat, Vizeammann und Gemeindeammann in Hottwil und seit 2010 Vizepräsident von Mettauertal gewesen. Weber dankte insbesondere auch Renate Keller, da es für die zeitintensiven Ämter eine verständnisvolle Partnerin brauche.
Regierungsrat Urs Hofmann lobte Mettauertal in einer Laudatio als eine pulsierende, aktive Gemeinde, was der grosse Verdienst der Menschen sei, die Verantwortung für die Gemeinde übernähmen. Hofmann lobte, dass Keller ein Vierteljahrhundert Verantwortung für Mettauertal übernommen und sich mit einem grossen Engagement für die Gemeinde eingesetzt habe. Von den Anwesenden bekam Keller grossen Applaus. (hgr)

Nur eine Haltestelle ausgebaut

Gegenwind gab es auch bei Ausbau und Versetzung der Postautohaltestellen in Etzgen. Im Zuge der Sanierung der Kantonsstrasse (Talstrasse) soll der Postautoverkehr künftig über die Dorfstrasse geführt werden und die Haltestellen «Schule» und «Dorf» barrierefrei angelegt und zur Verkehrsberuhigung mit Fahrbahnhaltestellen ausgebaut werden. Die Haltestelle «Dorf» soll 130 Meter nach Süden vor ein Tonstudio verlegt werden. Der Inhaber des Tonstudios beklagte, dass ohnehin schon Parkplätze fehlten und er die betroffene Fläche bislang von der Gemeinde als Parkplätze miete.

Andere meldeten Kritik an den Kosten sowie an den Fahrbahnhaltestellen an, da die Verkehrssituation in der Dorfstrasse ohnehin schon schwierig sei, oder stellten die Notwendigkeit von zwei Haltestellen insgesamt infrage. Schliesslich wurde ein Antrag, nur die Haltestelle am Schulhaus auszubauen, angenommen.

Neues Angebot ist einzuholen

Die Jahresentschädigung der Gemeinderäte für 2018 bis 2021 sollte in gleicher Höhe wie in den vergangenen acht Jahren festgelegt werden. Neu wäre, dass die Einkünfte aus Gemeinderatstätigkeit über die Pensionskasse abgerechnet werden. Das eingeholte Angebot wurde aber als zu hoch kritisiert. Die Gemeinderatsentschädigung wurde mehrheitlich angenommen, aber für die Budget-Genehmigung der Antrag gestellt, die Abrechnung über die Pensionskasse zurückzustellen und ein günstigeres Angebot einzuholen. Dieser Antrag wurde bei der Budget-Genehmigung dann angenommen.

Aufgrund von Umverteilung der Kompetenzen zwischen Gemeinden und Kanton sollte es zu einem Steuerfussabtausch kommen, allerdings plant die Gemeinde keine Absenkung von 107 auf 104 Prozent, sondern eine Erhöhung auf 109 Prozent. Das stiess auf Kritik. Gemeindepräsident Peter Weber stellte dar, dass der Gemeinderat trotz der Erhöhung mit einem Minus von rund 395 000 Franken rechnet. Bei einem Steuerfuss von 109 Prozent könnte bis 2021 das Gesamtergebnis allerdings wieder positiv ausfallen. Die Budgetgenehmigung wurde angenommen.

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