Sisseln

«Heute ist es relativ warm» – auch jetzt badet dieser Wittnauer täglich im Rhein

Nein, auch Kältehoch Hartmut kann ihn nicht abhalten: Jakob Vogt bei seinem täglichen Bad im Rhein

Nein, auch Kältehoch Hartmut kann ihn nicht abhalten: Jakob Vogt bei seinem Rheinschwumm am Dienstag.

Auch mit 64 Jahren ist für Jakob Vogt aus Wittnau das tägliche Bad im Rhein Pflicht. Das macht er so seit mehr als 40 Jahren – und keine Kälte und kein Hochwasser halten ihn von seiner Routine ab.

Verwundert drehen sich gestern zwei dick eingepackte Spaziergänger um, als Jakob Vogt am Sissler Rheinufer an ihnen vorbeigeht. Bei minus fünf Grad Lufttemperatur schreitet der Wittnauer sicheren Schrittes flussaufwärts – lediglich mit einer Badehose, Handschuhen und Neoprenfüsslingen bekleidet. «Heute ist es relativ warm im Gegensatz zu gestern», sagt Vogt. Die Bise sei am Montag noch viel bissiger gewesen.

Seit rund 15 Jahren schwimmt Vogt beinahe täglich im Rhein. «Im letzten Jahr gab es genau zwei Tage, an denen ich nicht schwimmen war», sagt er.

Dann steigt er ins Wasser. Auch wenn Vogt versichert, dass er eigentlich kein kaltes Wasser mag, sieht er so aus, als würde er ein sommerliches Erfrischungsbad nehmen. Mit lockeren Zügen überquert er mehr als die Hälfte des Rheins, ehe er nach rund fünf Minuten 200 Meter weiter unten wieder am Ufer ankommt. «Im Winter höre ich auf meinen Körper und spüre, wann genug ist», sagt er.

Keine Frage der Gewohnheit

«Andere joggen, fahren Velo oder gehen ins Fitnessstudio. Und ich gehe halt schwimmen», sagt Vogt. Als gefährlich schätzt er seinen Schwumm im Rhein nicht ein. «Der Strassenverkehr ist viel gefährlicher», sagt er. Einen Herzkasper könne er ja auch überall sonst haben. Zudem sei das Schwimmen im kalten Rhein keinesfalls eine Gewohnheitssache. «Entweder man kann es oder man kann es nicht», sagt Vogt.

Kaum an Land angekommen, möchte Vogt möglichst schnell wieder ins Warme. Deshalb hat er sein Auto ganz in der Nähe parkiert, um sich zügig umziehen zu können. «Im Moment spüre ich gar nichts», sagt er und schlägt sich als Beweis auf den Arm. «Doch in ein paar Minuten wird mein Körper anfangen, zu zittern. Es dauert dann etwa zwei Stunden, bis er nicht mehr zittert», sagt Vogt.

Auch wenn das Bad im Rhein bei Vogt aussieht wie ein Kinderspiel, ist er sich doch der Gefahren eines fliessenden Gewässers bewusst. «Wenn es starkes Hochwasser hat, dann lasse ich das Schwimmen einen Tag aus. Auch weise ich immer wieder Eltern darauf hin, dass sie unbedingt auf ihre spielenden Kinder am Ufer schauen sollen.»

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