Wallbach

Hochwasser: Ein Damm soll die orangen Schläuche ersetzen

Bei akuter Hochwassergefahr werden in Wallbach Beaverschläuche aufgebaut.

Bei akuter Hochwassergefahr werden in Wallbach Beaverschläuche aufgebaut.

Ein mobiles Dammbalkensystem soll Hochwasser in Wallbach künftig verhindern. Auch die Aufwertung der Uferpromenade ist geplant.

Dem Hochwasser in Wallbach wollen Bund, Kanton und Gemeinde mit dem Bau einer neuen Schutzmauer und einem mobilen Dammbalkensystem begegnen. Das gaben die Beteiligten am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung bekannt. Im gleichen Zuge soll das Rheinufer renaturiert und die Promenade aufgewertet werden. Auch die Sanierung der Rheinstrasse wurde vorgestellt.

Gemeindeammann Paul Herzog zeigte sich überzeugt, dass der Ort durch die Umsetzung des Projekts eine schönere Uferpromenade bekomme. Markus Zumsteg von der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) moderierte die Veranstaltung. Er führte Bremgarten an der Reuss als Beispiel für die geplanten Hochwasserschutzmassnahmen an. Die Notwendigkeit verdeutlichte Feuerwehrkommandant Daniel Grüter anhand der Häufigkeit der Notfalleinsätze der Feuerwehr Unteres Fischingertal in den vergangenen Jahren.

Neue Ufermauer

Schon 2007 hatte der Gemeinderat die Feuerwehrkommission deshalb beauftragt, ein Hochwasserschutzkonzept zu erstellen. Seitdem ist viel passiert: Kostenschätzungen für Stützmauern wurden gemacht, Gestaltungskonzepte beauftragt, hydrologische Untersuchungen durchgeführt. 2016 übernahm das BVU die Projektleitung. Ingenieurgeologe Matthias Meyer stellte die Ergebnisse der hydrogeologischen Untersuchung vor und Bastian Schmid vom BVU führte die baulichen und mobilen Hochwasserschutzmassnahmen entlang der Rheinstrasse aus. Auf einer Länge von 800 Metern soll eine Stahlbetonstützmauer als neue Ufermauer errichtet werden. Die Höhe der Mauer variiert von 5 bis 65 Zentimetern, teilweise ist ein Geländer vorgesehen.

Schutzziel sei das 100-Jahr-Hochwasserereignis. Kernstück ist ein mobiles Dammbalkensystem: Bei drohendem Hochwasser werden Pfosten im Boden verschraubt, in die lange AluminiumElemente mit Gummi-Abdichtung eingeschoben werden, führte Schmid aus. Anstelle der heutigen Betonplatten sollen ausserdem formwilde Steine Lebensraum für Pflanzen und Insekten bieten. Zwischen Mauer und Steinen wird ein Grünstreifen eingerichtet, am Ufer teilweise Weidenbündel angelegt und im Wasser Dämme aus Steinblöcken verankert. Landschaftsarchitekt Angelo Hug berichtete ausserdem von Rasenrampen und Steinstufen, einer neuen Platzsituation am Pumphaus sowie einer Promenade beim Pontonierdepot.

Rheinstrasse wird breiter

Bauingenieur Beat Mooser führte Massnahmen zur Sanierung der Rheinstrasse aus. Die Strasse hat heute eine Breite von 4,8 Metern und soll auf sechs Meter ausgebaut werden, wobei 1,5 Meter optisch als Fussweg abgesetzt werden. Die Strasse werde breiter, aber wirke schmaler, erklärte Mooser.

Die Kosten für den Hochwasserschutz und die ökologische Aufwertung liegen bei rund zehn Millionen Franken, wovon 3,1 Millionen Franken auf die Gemeinde entfallen. Die Kosten für die Strassensanierung sind nicht beinhaltet. Auf der Gemeindeversammlung im Juni soll der Verpflichtungskredit der Gemeinde behandelt werden. Bei erfolgreichem Verlauf des weiteren Genehmigungsverfahrens ist mit Baubeginn 2021 zu rechnen.

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