Hornussen
Pneuwechsel an bis zu 60 Autos pro Tag: Für die Pneuhäuser hat die Hochsaison begonnen

In den ersten zwei Oktoberwochen hatten die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Und der anstehende Wintereinbruch sorgt für noch mehr Betrieb. Dabei gibt es durchaus auch mal lustige Anekdoten zu erzählen – etwa von Kunden, die wegen Winterreifen kommen, jedoch vergessen haben, dass sie mit diesen bereits unterwegs sind.

Dennis Kalt
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Adrian Bleuler, Filialleiter bei Pneuhaus Frank in Hornussen, weiss, worauf es beim Reifenwechsel ankommt.

Adrian Bleuler, Filialleiter bei Pneuhaus Frank in Hornussen, weiss, worauf es beim Reifenwechsel ankommt.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Zusammenzucken lässt der satte Knall des Reifens, der gerade über die Felge rutscht, Adrian Bleuler längst nicht mehr. Er schmunzelt, sagt: «Mancher Kunde zuckt da schon zusammen, für uns ist der Krach Alltag.» Für den Leiter der Pneuhaus-Frank-Filiale in Hornussen läuft seit wenigen Wochen die Hochsaison. An Spitzentagen in den ersten beiden Oktoberwochen hat das neunköpfige Team täglich zwischen 50 und 60 Autos bereift. Bleuler sagt:

«Grundsätzlich gilt der Spruch, dass die Zeit der Winterreifen von Oktober bis Ostern dauert, immer noch.»

Je drei Mechaniker bereifen an zwei Hebebühnen die Autos. Ist der Ansturm gross, heisst es schnell zu sein, um die Warteschlange vor der Werkstatt nicht zu lang werden zu lassen. Um die 15 Minuten benötigt ein Dreier-Team, um einen Pneusatz zu wechseln. Bleuler sagt: «Unser Ziel ist, dass der Kunde mit einem Lachen aus der Werkstatt hinaus fährt.»

Sicherheit geht der Geschwindigkeit vor

Wichtiger als die Geschwindigkeit sei die Sicherheit. «Sie steht über allem», so Bleuler. Dazu gehört, dass jede Radmutter festsitzen müsse, um auszuschliessen, dass der Lenker von seinem Rad während der Fahrt überholt wird. Für jedes Automodell gibt es eine Vorgabe, mit welchem Drehmoment die Radschrauben angezogen werden müssen.

Ein Mitarbeiter nimmt den Reifen an der Montagemaschine von der Felge.

Ein Mitarbeiter nimmt den Reifen an der Montagemaschine von der Felge.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Der erste grosse Ansturm ist seit wenigen Tagen vorbei – bis zum 15. Oktober gab es im Pneuhaus beim Kauf neuer Reifen die Montage inklusive. Bleuler geht davon aus, dass zwei weitere Wellen folgen werden: Wenn es zum ersten Mal richtig kalt wird; und dann nochmals, wenn der Schnee fällt. Er erinnert sich, als der Winter Mitte Januar dieses Jahres das Fricktal unter einer dicken Schneedecke begrub. «Da gab es nochmals einen grossen Andrang. Einige kamen mit abgefahren Winterreifen, andere hatten gar noch die Sommerreifen drauf.»

Ein Klassiker, den Bleuler jedes Jahr schmunzeln lässt: Kunden, die sich die Winterpneus aufziehen lassen wollen, diese aber bereits draufhaben. Er sagt:

«Sie haben schlichtweg vergessen, dass sie mit ihren Winterrädern den Sommer durchgefahren sind.»

Zwar beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter, doch Bleuler weiss, dass die kritische Grenze bei einem Winterpneu bei vier Millimetern liegt, denn: «Der Brems­weg verlängert sich und das Traktionsvermögen ist ab dieser Tiefe herabgesetzt.»

Unter vier Millimeter wird es heikel

Etwa 80 Prozent der Kunden kommen der entsprechenden Empfehlung des Pneufachmanns nach. Auffällig für Bleuler ist der Trend zu Ganzjahresreifen. Er schätzt, dass zwischen fünf und zehn Prozent mit diesen Pneus unterwegs sind. «Die Qualität der Ganzjahresreifen hat stark zugenommen», sagt Bleuler. In Frage kommen sie etwa für einen Fahrer, der wenige tausend Kilometer im Jahr macht und nicht gerade in die Berge zum Skifahren fährt.

Momentan beobachtet Schweizer, wie so langsam die E-Autos auf den Strassen Einzug halten. Er sagt: «Sie haben besonders leise und dünne Räder für wenig Reibungswiderstand.» Den Anteil der E-Autos, die im Pneuhaus bereift werden, schätzt er auf zwischen 10 und 20 Prozent. Ein Anteil, der sich über die nächsten Jahre peu à peu erhöhen dürfte.

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