Notpflege bei Igeln

Igelstation Rheinfelden muss ihre Praxis nicht ändern

Igelstation (Symbolbild) Dominic Kobelt

Igelstation (Symbolbild) Dominic Kobelt

Die Station betreffe es nicht, da sie ein Abkommen mit einem Tierarzt habe. Für andere Igelstationen könnten allerdings Probleme aufkommen.

Schweizweit gibt es Igelstationen, in denen Freiwillige angefahrene oder hungernde Igel pflegen. Für die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg führt Anneliese Girlich seit bald 37 Jahren eine Igelstation in Rheinfelden. Jährlich behandelt sie dort rund 230 Igel – alleine in den letzten beiden Wochen waren es acht.

Nun haben das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sowie das Bundesamt für Umwelt das bestehende Merkblatt zur temporären Haltung und Notpflege von Igeln überarbeitet. Der Aufschrei folgte vielerorts umgehend. Aufgrund des neuen Merkblattes stünden die privaten Igelstationen vor dem Aus, so die Kritik, denn ein neuer Passus lautet: «Sedationen und Euthanasie sind ebenfalls nur von einer Tierärztin oder einem Tierarzt durchzuführen.»

«Mich persönlich betrifft es nicht, weil ich selber nicht sediere und einschläfere», sagt Anneliese Girlich auf Anfrage der Aargauer Zeitung, «meine Station kann so weiterarbeiten wie bisher.» Sie habe ein Abkommen mit einem Tierarzt von Rheinfelden, «sodass jeder Igel, der diese Hilfe braucht, auf dem schnellsten Weg in die Praxis geht und wir dann zusammen entscheiden, was gemacht werden muss».

Allerdings sieht Girlich im Alltag Probleme auf andere Stationen zukommen. «Nicht jede Igelstation liegt so gut zu einem Tierarzt wie ich und meine Station», sagt sie. Wenn dann abends um 23 Uhr ein Igel in die Station komme, könne man unter Umständen nicht bis zum anderen Tag warten, um ihn in Ruhe zu untersuchen. Gerade, wenn es sich bei den Igeln um schwer verletzte oder sehr kranke Tiere handelt, bei denen eine Narkose oder eine Euthanasie vorgenommen werden muss.

Gemäss Girlich haben sich aber alle Igelstationen im Kanton an das Amt für Umwelt des Kantons Aargau gewandt und um eine Besprechung gebeten, nachdem sie über die neuen Reglungen informiert worden waren. «Vielleicht findet man ja einen Weg, der das Problem löst», so Girlich. «Ich bin zuversichtlich.»

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