«Wenn man rasch und früh defibrilliert, sind die Überlebenschancen bei einem Kreislaufstillstand nicht schlecht», sagt Frank Derrer, Chefarzt der Anästhesie im Gesundheitszentrum Fricktal, und ergänzt: «Die Überlebensrate liegt bei einer Reanimation mit Stromstössen zwischen 50 und 70 Prozent, wenn diese innerhalb von drei bis fünf Minuten durchgeführt wird».

Möhlin an der Spitze

Da Defibrillatoren nicht meldepflichtig sind, besteht keine Übersicht über die Standorte der automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs). Eine Erhebung der az zeigt, dass der Bestand im Fricktal stark variiert.

Von den 32 Gemeinden gaben 25 Auskunft. Von diesen besitzen vier Gemeinden – Kaisten, Mumpf, Schupfart und Zeihen – keinen AED. Zehn Gemeinden – Gipf-Oberfrick, Herznach, Oberhof (ab 2016), Obermumpf, Oeschgen, Schwaderloch, Ueken, Wittnau, Wölflinswil und Zuzgen – besitzen einen AED. Sieben Gemeinden – Hellikon, Laufenburg, Münchwilen, Rheinfelden, Stein, Wegenstetten und Zeiningen – besitzen zwei externe Geräte.

Die Gemeinde Magden besitz ebenfalls zwei AEDs, plant jedoch für 2016 eine Anschaffung von zwei weiteren. Frick kann mit vier Geräten aufwarten. An der Spitze steht Möhlin. Die Gemeinde besitzt sechs AEDs sowie drei weitere auf Feuerwehrfahrzeugen.

Die beliebtesten Standorte für externe Defibrillatoren sind die Gemeindehäuser: Hier finden sich elf Stück. Dahinter folgen die Schulen mit acht und Sporthallen mit sieben Geräten. Die restlichen Standorte verteilen sich auf Feuerwehren, Schwimmbäder, Stadthallen und Dorfplätze und Vereins-Klubhäuser.

Nicht erst suchen

Die Wartung der Geräte in Möhlin wird von den Gebäudeabwarten und der Feuerwehr übernommen, sagt Theres Soder, Präsidentin des Samaritervereins Möhlin. Hierbei müssen regelmässig die Elektroden und Aufklebepads ersetzt und die Batterie ausgetauscht werden. Die Preise schwanken je nach Modell zwischen 1000 und 3000 Franken.

Chefarzt Derrer erachtet eine flächendeckende Ausstattung der Gemeinden mit Defibrillatoren für wenig sinnvoll: «An stark frequentierten öffentlichen Orten wie Flugplätzen, Bahnhöfen und Einkaufszentren ist es ratsam Defibrillatoren zu platzieren, da hier die Chance am höchsten ist, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand rasch und effektiv geholfen werden kann.»

Wenn eine Person einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, müsse umgehend mit den Wiederbelebungsmassnahmen begonnen und über die Notfallnummer 144 Hilfe organisiert werden.

«In keinem Fall solle man sich zuerst auf die Suche nach einem externen Defibrillator machen, da ansonsten zu viel Zeit für die Reanimation vergeht. Jede verstrichene Minute mindert die Überlebenschancen um zehn Prozent», sagt der Arzt. Nur wenn sich ein Defibrillator in der Nähe befindet, sollte dieser von einer zweiten Hilfsperson geholt werden.

Problematisch ist auch der schnelle und korrekte Umgang mit einem Defibrillator. Hierfür bieten beispielsweise die Samaritervereine Möhlin, Magden und Frick Kurse für den geschulten Umgang mit dem AED an.