Oberes Fricktal

Interessengruppe zum Fusionsprojekt: «Statt 20 brauchts nur noch 5 Gemeinderäte»

Jetzt steht das Zusammengehen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen ernsthaft zur Diskussion im oberen Fricktal.

Jetzt steht das Zusammengehen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen ernsthaft zur Diskussion im oberen Fricktal.

Für die Interessengruppe oberes Fricktal geht es bei der Fusion von vier Dörfern nicht nur ums Geld. Sie ist überzeugt: Durch ein Zusammengehen gebe es eine ganze Reihe von Punkten, die anders – «besser» – werden.

Die Gespräche werden dieses Jahr so richtig lanciert im oberen Fricktal: Geprüft werden soll ein Zusammengehen von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen zu einer einzigen Gemeinde. Für die Interessengruppe oberes Fricktal ist der Zeitpunkt günstig: Denn noch seien namhafte Unterstützungsbeiträge vom Kanton zu erwarten und noch gebe es keinen Druck.

Die Gangart und die Routenwahl, wird in einer Medienmitteilung ausgeführt, bestimmen die Gemeinden selber. Ein Zusammenschluss, präzisiert Vorstandsmitglied Daniel Büeler aus Bözen auf Nachfrage, könnte in rund vier Jahren möglich sein.

Konkret soll das Fusionsprojekt unter Einbezug der Bevölkerung und in Arbeitsgruppen gestartet werden. Dazu werden die Gemeinderäte einen entsprechenden Kreditantrag an den nächsten Gemeindeversammlungen stellen. Vorgängig wird eine Informationsveranstaltung durchgeführt.

Und was ist mit den Schulen?

Die Interessengruppe ist überzeugt: Durch ein Zusammengehen gebe es eine ganze Reihe von Punkten, die anders – «besser» – werden. «Es braucht statt zwanzig nur noch fünf Gemeinderäte, statt vier nur noch einen Ammann.» Die zum Teil umfangreichen und komplexen Vernehmlassungen vom Kanton müssten überdies nur noch an einer Stelle bearbeitet werden. «Für eine einzige, zusammengeschlossene Gemeinde kann die Behörde sehr viel effektiver agieren als für mehrere», hält die Interessengruppe fest.

Aber auch wenn diese Beispiele erhebliches Einsparpotenzial aufzeigen: «Es geht längst nicht nur ums Geld», wird betont. Die finanzielle Komponente stehe nicht unbedingt im Vordergrund. Es sei zwar schön, wenn sich die Sache mittel- oder längerfristig auszahle. «Der Wert eines Wohnraums reduziert sich aber keineswegs auf das Portemonnaie.»

Die vier Gemeinden, fährt die Interessengruppe fort, liegen in einer wunderschönen Landschaft. «Soll sie in vier Bau- und Nutzungsordnungen zerstückelt werden? Oder kann die zukünftige zusammengelegte Gemeinde dafür eine weitere Optik einnehmen?», lauten die Fragen. «Und wie steht es mit den Schulen? Verschwinden sie wegen der Kleinräumigkeit nach und nach aus dem oberen Fricktal? Oder wünschen sich die Bewohner dieser Region weiterhin kurze Schulwege und Orte, wo die Kinder Wurzeln in ihrem Wohnraum schlagen, wo nebst der Unterrichtstätigkeit auch kulturelles Leben, dörflicher Austausch stattfindet? Schulen, die auch jungen Familien als Wohnargument dienen?»

Die vier Dörfer standen und stehen laut Interessengruppe verschiedenen mächtigen Gesprächspartnern gegenüber – Stichworte Autobahn, Deponiestandort, Kanton und Regionalplanung. «Sollen sie mit vier schwachen Stimmen sprechen und entsprechende Partikularinteressen vertreten oder wollen sie sich mit einer einzigen kräftigen Stimme positionieren?»

Dörfer behalten ihr Gesicht

Besonders wichtig ist für die Interessengruppe, dass bei einer Fusion die Identität der Dörfer erhalten bleibt. «Die vier Dörfer im oberen Fricktal behalten ihr ganz eigenes Gesicht, ihre Charakteristik. Das will niemand ändern.» Vielmehr sollen, ergänzt Vorstandsmitglied Büeler, optimale Lösungen für anstehende Herausforderungen gefunden, Kapazitäten gebündelt werden. Von grosser Bedeutung, ist er sich bewusst, sind die Kommunikation und die Führung durch die Gemeinderäte. Es gelte, alle emotionalen Themen zu beachten bei einem solchen Schritt.

Sind aus Sicht der Interessengruppe auch Varianten oder gar ein grösseres Konstrukt denkbar, beispielsweise eine Fusion mit den Nachbargemeinden Frick oder Zeihen? Ein Zusammenschluss zwischen Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen sei sinnvoller, antwortet Büeler. Er spricht von einem verdaubaren Schritt und erinnert daran, dass Zeihen im aktuell erarbeiteten Entwicklungskonzept nicht teilnahm und schon in der Vergangenheit Nein gesagt hat.

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