Invasive Arten
Der Buchsbaumzünsler findet im Fricktal immer weniger Nahrung – aber verbreitet ist er nach wie vor

Wie der Buchsbaum in Gärten beliebt, ist der Buchsbaumzünsler gefürchtet – auch in der Region bleibt der aus Asien stammende Schädling Thema. Gemeinden sind in Sorge um ihre Grünanlagen. Sie appellieren an die Gartenbesitzer unter ihren Einwohnern: Haltet die Buchsbestände im Auge und werdet bei Befall aktiv.

Hans Christof Wagner
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Wenn Buchsbäume vom Buchsbaumzünsler befallen sind, bleiben die Schäden an den Pflanzen nicht aus.

Wenn Buchsbäume vom Buchsbaumzünsler befallen sind, bleiben die Schäden an den Pflanzen nicht aus.

Oliver Menge / SZ

«Die Bevölkerung wird gebeten, ihren Garten (Buchs) zu überprüfen und die nötigen Schritte einzuleiten, damit sich der Buchsbaumzünsler nicht weiter ausbreiten kann.» So hiess es jüngst in den Gemeindenachrichten von Obermumpf. Dort hat die Warnung vor der aus Ostasien nach Europa eingeschleppten Schmetterlingsraupe inzwischen Tradition: Stets im August warnt die Gemeinde davor – 2021 und in den vorausgegangenen Jahren regelmässig.

2008 über den Hafen Weil am Rhein in der Region angekommen

Wobei die Warnungen davor auch nicht allzu lange zurückreichen. Denn erst nach 2008, als der Buchsbaumzünsler aus einer chinesischen Steinlieferung im Hafen von Weil am Rhein (D) entwichen sein soll, hat er sich in der Region verbreitet. «Da der Zünsler keine natürlichen Feinde hat, muss der Mensch ihn bekämpfen», schreibt Obermumpfs Gemeindeschreiber Marco Treier auf Nachfrage. Und, so Treier:

«Weil die Gemeinde auf dem Friedhof grosse Buchsbaumhecken gehabt hat, war es auch in unserem Interesse, dass der Buchsbaumzünsler bekämpft wurde.»

Die Gemeinde publiziere den Appell jedes Jahr rein zur Vorsorge. Ihr gehe es hauptsächlich darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren, schreibt Treier. In Rheinfelden hat es der Buchsbaumzünsler noch nicht in die amtlichen Nachrichten geschafft. Aber auch dort gibt es ihn. Roger Erdin, Rheinfeldens Stadtschreiber, teilt mit:

«Laut unserer Stadtgärtnerei musste vor rund drei Wochen der Buchsbaumzünsler erstmals in diesem Jahr in öffentlichen Anlagen bekämpft werden.»

Das Auftreten sei von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. 2020 hätten städtische Mitarbeiter den Schädling dreimal bekämpft. Insgesamt habe die Zahl der Buchsrabatten aber abgenommen, schildert Erdin. Marius Fricker, Gemeindeschreiber von Möhlin, erklärt: «In öffentlichen Parkanlagen ist aktuell kein Befall vorhanden». Und: «Seitens der Gemeinde Möhlin werden keine Buchshecken mehr gepflanzt.»

«Buchs-Neupflanzungen sind sehr stark zurückgegangen»

Auch Bernhard Stöckli von Stöckli Gartenbau in Frick teilt mit: «Buchs-Neupflanzungen sind sehr stark zurückgegangen.» Und viele hätten sich auch von ihren Altbeständen getrennt oder aufgrund starken Befalls trennen müssen. Aber: Die genügsame, wenig standortabhängige und immergrüne Pflanze mit ihrem feinen und blickdichten Laub sei früher auch sehr beliebt gewesen - ob als Hecke oder in Kugelform geschnittenem Busch. Stöckli erzählt:

«Buchs ist ein Alleskönner, der schon sehr lange kultiviert wird, auch in öffentlichen Parks und Gartenanlagen.»

Und so haben er und sein Team auch mit der Bekämpfung der Raupen zu tun, auch viel in privaten Gärten. Mit der chemischen Keule rücken sie ihnen nicht zu Leibe. «Wir benutzen biologische Mittel. Sie enthalten Bakterien, die in den Darm der Raupen eindringen und dazu führen, dass sie verenden», sagt Stöckli.

Sein Tipp an Buchsbaumbesitzer: Bei starkem Befall darauf achten, dass der gesamte Busch mit dem Spritzmittel in Kontakt kommt. Bei nur geringem Befall müsse es mitunter gar nicht erst ausgebracht werden. Da helfe es schon, die Raupen von Hand abzulesen, mit Wasser abzuspülen oder befallene Pflanzenteile abzuschneiden, rät der Fricker Landschaftsarchitekt.

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