Jagdsaison
Zum Abschuss verpflichtet: Im Fricktal stehen die Gesellschaftsjagden an

Der Bestand an Wildschweinen hat zugenommen. Um Schäden entgegenzuwirken und die Populationsentwicklung im Gleichgewicht zu halten, werden die Jäger im Fricktal aktiv. Manchmal kommen die Spaziergänger in die Quere, weil sie Warnschilder missachten.

Dennis Kalt
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In wenigen Wochen beginnen in so manchen Revieren die grossen Treibjagden auf Wildtiere.

In wenigen Wochen beginnen in so manchen Revieren die grossen Treibjagden auf Wildtiere.

Getty / Neil Burton

Mit dem Herbst beginnt hierzulande die Hochsaison für Jäger und Jägerinnen. Während diese im Sommer zumeist vom Hochsitz aus Jagd machten, stehen in wenigen Wochen die grossen Gesellschaftsjagden an. Alfred Bühler, Jagdaufseher im Revier Gansingen, sagt:

«Die Jagd hilft, die Populationsentwicklung der Tiere und den Waldbestand im Gleichgewicht zu halten.»

Denn Rehe richten mit ihrem Hunger auf die Knospen junger Bäume Schaden an. Wildschweine verschonen auch landwirtschaftliche Felder nicht. Als Pächter der Reviere stehen die Jagdgesellschaften im Auftrag des Kantons.

Gemäss Erwin Osterwalder, Fachspezialist Jagd und Fischerei der Abteilung Wald des Kantons, sei eine Bestandszunahme aufgrund des grossen Nahrungsangebotes im letzten Winter festzustellen.

Nachdem 2019 im Aargau mit 1956 Wildschweinen so viele dieser Tiere erlegt worden sind wie noch nie, war die Zahl letztes Jahr stark rückläufig. Die Jägerinnen und Jäger meldeten dem Kanton im letzten Jahr nur 1184 Abschüsse. Unter anderem waren die grossen Gesellschaftsjagden ab dem 12. Dezember 2020 coronabedingt nicht mehr gestattet.

Gemäss Bühler haben die Wildschäden an den Feldern zugenommen. «Weil es im Wald kaum Bucheckern und Eicheln gibt, graben die Tiere nach dem Eiweiss der Engerlinge in den Feldern», sagt er.

In Absprache mit Nachbarrevieren

Im Revier in Gansingen findet die erste Gesellschaftsjagd Ende November statt. Dabei versuchen Treiberinnen und Treiber, Wildtiere aus ihren Verstecken in Bewegung zu bringen. «Während ein Reh nach 500 Meter stehen bleibt, können Wildschweine mehrere Kilometer zurücklegen», sagt Bühler. Deswegen sollten Treibjagden in Koordination und zeitgleich mit Jagden in benachbarten Revieren stattfinden.

Thomas Winter, Leiter der Jagdgesellschaft Kaisten, sagt, dass es kaum noch Coronabeschränkungen bei den Gesellschaftsjagden gebe. Wenn man in die Jagdhütte wolle, brauche es ein Zertifikat. Ohne dieses müsse der Jäger auch eine Maske tragen, wenn er mit einer anderen Person im Auto unterwegs sei.

Fünf Bewegungsjagden werden aufgrund der Grösse des Reviers auch in Magden und Olsberg durchgeführt. Gemäss dem dortigen Jagdaufseher Daniel Gerber kommen etwa 25 bis 30 Jäger, 6 bis 12 Treiber und 5 bis 6 Hunde zum Einsatz. Gerber sagt:

«Entscheidend ist, dass der Jagdleiter, das Revier gut kennt und in etwa weiss, wo das Wild durchgehen könnte.»

An diesen exponierten Stellen sollten denn auch dementsprechend die erfahrensten Jäger aufgestellt werden.

Bei einer Gesellschaftsjagd würden die dementsprechenden Waldeingänge und -wege mit entsprechenden Warnschildern sichtbar gemacht. Zuweilen, so Gerber, gebe es Personen, welche die Schilder missachteten und ins Gebiet der gerade stattfindenden Jagd liefen. «Das ist natürlich ärgerlich des Aufwands wegen, wenn wir wegen Spaziergängern keinen Schuss absetzen können», sagt Gerber.

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