Münchwilen

Jetzt ist die letzte Beiz im Dorf wieder offen – «Pöstli zum Mönch» begrüsst die ersten Gäste

Patrik Schwarb (r.) überreichte Ralph Scherz zur Wiedereröffnung Brot und Salz.

Patrik Schwarb (r.) überreichte Ralph Scherz zur Wiedereröffnung Brot und Salz.

Das Münchwiler «Pöstli zum Mönch» öffnete am vergangenen Wochendende unter neuer Führung zum ersten Mal seine Pforten. Der Wirt Ralph Scherz ist in der Gegend kein Unbekannter und findet dank seinem aktuellen Engagement zurück zu seinen Wurzeln.

Aus dem Restaurant Gusto Italiano bei Post in Münchwilen wurde das Pöstli zum Mönch. Namensgeber ist der neue Wirt Ralph Scherz. Der begrüsste am vergangenen Wochenende seine ersten Gäste. Bevor es so weit war, hiessen die Münchwiler Ortsbürger den neuen Pächter aus dem Baselbiet willkommen. «Heute ist ein Tag der Freude», so Patrik Schwarb, Präsident der Orts­bürgerstiftung Münchwilen, Eigentümerin der Liegenschaft. «Wir heissen dich in Münchwilen willkommen und wünschen einen guten Start. Gib Gas», wandte sich Schwarb an Scherz und überreichte ihm Brot und Salz als Einstandsgeschenk.

«Mit 1000 Einwohnern ist der Gemeinderat froh, im Dorf überhaupt noch ein Restaurant zu haben», sagte Gemeinde­ammann Bruno Tüscher. Der Ortsbürgerstiftung sei es gelungen, rasch einen neuen Pächter zu finden. Scherz hat im Fricktal schon einmal gewirtet – von 2006 bis 2009 im früheren Gasthaus Schiff in Wallbach. Weitere Berufsjahre als Angestellter in der Gastronomie folgten, unter anderem in Japan. «Aber jetzt, mit 54, möchte ich zurück zu den Wurzeln», sagt der gelernte Koch und meint damit die Selbstständigkeit als Wirt einer Fricktaler Dorfbeiz. In Münchwilen finde er das «Ursprüngliche, Echte und Ehrliche», was er gesucht habe.

«Er hat uns mit seinem Konzept alle überzeugt»

Beworben um die Nachfolge des vorherigen Wirts Fabio Clausi hatten sich laut Schwarb vier Interessenten. «Wir waren uns schnell einig, dass Ralph Scherz der Richtige ist. Mit seinem Konzept einer gutbürgerlichen und grundsoliden Küche hat er uns alle überzeugt.»

Scherz hat sich zur Übernahme des Münchwiler Gasthauses im Februar entschlossen, also kurz vor dem Coronalockdown. «Ich bereue das aber nicht», beteuert er auf Nachfrage. Ursprünglich hätte die Wiedereröffnung am 1. Mai erfolgen sollen. Jetzt ging es einen Monat länger und eröffnet wird vorerst mit coronabedingt eingeschränktem Sitzangebot.

Die Ortsbürgerstiftung hat den längeren Unterbruch genutzt, um in die Liegenschaft zu investieren – in die Aussen­terrasse, die Küche und die Haustechnik. Wie viel investiert worden ist, will Projektleiter Walter Hunziker nicht sagen. Auch die Höhe der Pacht, die Scherz der Stiftung zahlt, verrät er nicht. Sie sei aber «angemessen» und im Zuge der Neueröffnung auch nicht erhöht worden.

Aargauer Gastro-News 2020

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