Kaiseraugst
«Wer hat meinen Elefanten genommen?»: Fischer will gestohlenen Glücksbringer wieder zurück

Drei Tage lang hatte ein Angler kein Glück. Dann hatte er einen Elefanten aus Holz am Haken – und gleich darauf eine Barbe. Für den Fischer ein Zeichen, dass es sich bei der Statue um einen Talisman handelt. Doch schon am nächsten Tag war der festgebundene Elefant verschwunden. Auf Facebook läuft die Suche.

Dennis Kalt
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Der Elefant sollte den Fischern an der Ergolzmündung in Kaiseraugst Glück bringen – doch er wurde entwendet.

Der Elefant sollte den Fischern an der Ergolzmündung in Kaiseraugst Glück bringen – doch er wurde entwendet.

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Zugegeben, es tönt im ersten Moment wie ein Scherz. Doch die Fischer der Rheingenossenschaft Kaiseraugst vermissen tatsächlich einen Elefanten. Natürlich handelt es sich bei dem Rüsseltier um keinen lebensgrossen Dickhäuter, sondern um eine Skulptur aus Holz.

Wie einem Beitrag der rund 2000 Mitglieder grossen, öffentlichen Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt» zu entnehmen ist, haben die Fischer den Elefanten mit grosser Mühe aus dem Rhein gefischt, auf einen in Ufernähe befindlichen Holzpfosten bei der Ergolzmündung gebunden und ihn zu ihrem neuen Maskottchen erklärt.

Elefant nach nur einem Tag entwendet

«Leider wurde er schon einen Tag danach entwendet», schreibt der Verfasser des Beitrages und stellt einleitend die Frage:

«Wer hat meinen Elefanten mitgenommen?»

Weiter appelliert der Fischer an die Diebin oder den Dieb des Dickhäuters: «Falls du ihn mitgenommen hast, bring ihn doch bitte wieder zurück, damit wir ihn wieder auf seinen Platz setzen können.» Auch die Erkennungsmerkmale des Elefanten gibt der Fischer in der Vermisstenmeldung an: Er sei aus Holz, habe eine dunkle Färbung, ihm fehle ein Ohr und er habe keine Stosszähne mehr.

Wie der Kaiseraugster Fischer gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» berichtete, sei es mit einem grossen Aufwand verbunden gewesen, den Holzbrocken aus dem Wasser zu bergen. Zunächst hätten sie versucht, mit diversem Anglermaterialien den Klumpen aus dem Rhein zu holen. Doch der Gegenstand sei an einem Holzpfosten hängen geblieben und vom Haken gefallen. So blieb für die Bergung nur der Stieg in die Wathose und der Gang in das kalte Wasser.

Bis zum Elefantenfund ging er leer aus

Als die Fischer die Elefantenstatue von den Algen befreiten und sie reinigten, ging im gleichen Moment die Rute des Fischers ab und er konnte eine schöne Barbe aus dem Rhein ziehen. Weil er schon drei Tage zuvor an diesem Platz angeln gegangen sei, jedes Mal aber leer ausging, interpretiere der Fischer, beim Elefanten würde es sich um einen Glücksbringer handeln.

Doch schon am nächsten Tag, als der Fischer zum Ufer zurückkehrte, wo er im Wasser den Elefanten mit einer Angelschnur an einen Pfosten festgebunden hatte, sei der Glücksbringer verschwunden gewesen. «Es tat uns schon ein bisschen weh, als wir den leeren Pfosten dort sahen», so der Fischer, der darüber rätselt, wer in das bauchhohe und zwölf Grad Celsius kalte Wasser steigt, um einen Elefanten zu stehlen.