Verkehr

Kaisten droht eine Blechlawine – Kanton und Gemeinde bitten um Geduld

«Das wird sicher eine grosse Belastung für uns werden», sagt der Kaister Gemeindeammann. (Symbolbild)

«Das wird sicher eine grosse Belastung für uns werden», sagt der Kaister Gemeindeammann. (Symbolbild)

Wegen einer Umleitung rollen schon bald 7500 Fahrzeuge mehr durch Kaisten. Ein Verkehrsdienst soll den Stau in Grenzen halten.

Kaisten hofft auf das Verständnis seiner Bürger. Der 20. Juli rückt näher. Ab dann wird das Dorf mit einer Blechlawine rechnen müssen. Der Verkehr auf der Kantonsstrasse 130 (K 130) von Sisseln/Eiken kommend Richtung Laufenburg wird über Kaisten umgeleitet. Auf Höhe des Gemüsebetriebs Baur biegt die Ausweichstrecke nach links ab. In umgekehrter Richtung, von Laufenburg kommend nach Westen, bleibt der Verkehr auf der K 130, die im Einbahnregime geführt wird. Darauf haben sich Kanton, Laufenburg und Kaisten geeinigt.

Hintergrund sind die seit 2019 dauernden Bauarbeiten auf der Kantonsstrasse im Zentrum von Laufenburg. «Wir können diese mit dem ab 20. Juli geltenden Einbahnregime um zwei Monate verkürzen und das Staupotenzial in Laufenburg verringern», begründet Robert Ueckert, Projektleiter Strassenbau beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons, die Massnahme.

Gemeinde will sich nicht auf Ampel verlassen

«Für uns, Laufenburg und die dortigen Gewerbetreibenden die Bestvariante», meint Ueckert. Und was meint Kaisten? «Das wird sicher eine grosse Belastung für uns werden», schätzt Gemeindeammann Arpad Major. Mit bis zu 7500 Fahrzeugen mehr – so viele fahren täglich in West-Ost-Richtung durch Laufenburg – muss Kaisten laut Kanton rechnen.

Die Details, wie das Dorf die Blechlawine in den Griff bekommen will, stehen jetzt fest. Beim Restaurant Warteck, dort wo die Umleitungsstrecke auf die Strasse Richtung Ittenthal stösst, will sich die Gemeinde nicht auf eine Ampel verlassen. Dort soll in der «Rushhour», also in der Zeit von 15 bis 19 Uhr, ein Verkehrsdienst die zu erwartenden Staus in Grenzen halten. Kaistens Gemeindeschreiber Manuel Corpataux: «Möglicherweise auch noch zu anderen Zeiten, wenn es die Situation erfordert.»

Die Umleitungsstrecke ist gegenüber dem direkten Weg nach Laufenburg um einiges länger. Sollte sich herausstellen, dass Automobilisten deshalb verbotenerweise Wohnstrassen als Abkürzung nehmen, müsse die Polizei verstärkt kontrollieren, so Corpataux.

Ein von Kanton und Gemeinde gemeinsam formulierter Infobrief geht Ende Juni an alle Kaister Haushalte. Der Appell: Habt Geduld – der Mehrverkehr wird kommen, aber auch vorübergehen. Obwohl – vor Jahresende kaum. Denn so lange bleibt die Umleitung bestehen. Bis es auf der K 130 wieder freie Fahrt geben wird. Ueckert: «Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Der Grossteil wird 2020 abgeschlossen sein.»

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