Kaisten
Nach zweimaliger Absage: Kulturerbe-Tag findet am 15. August statt

Fasnacht, Römer, Kriminalfälle und andere Kulturgeschichten erwarten die Besucher am achten Kulturerbe-Tag in Kaisten. Zur Eröffnung durch Regierungsrat Alex Hürzeler übergibt die Ortsbürgerkommission den neuen Heimatweg an die Bevölkerung.

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Am Kulturerbe-Tag darf ausnahmsweise der Dachstock der Pfarrkirche St.Michael betreten werden.

Am Kulturerbe-Tag darf ausnahmsweise der Dachstock der Pfarrkirche St.Michael betreten werden.

Zvg

Der Kulturerbe-Tag in Kaisten kann nach zweimaliger Absage im 2020 stattfinden. Beim Kulturerbe-Tag handelt es sich um eine Kooperation der Kantonsarchäologie, der Kantonalen Denkmalpflege, des Museums Aargau und von Bibliothek und Archiv Aargau sowie der Abteilung Raumentwicklung. Er findet dieses Jahr bereits zum achten Mal statt.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kaisten, der Ortsbürgerkommission und der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde wurde ein reichhaltiges Programm zusammengestellt, das am 15. August, 10 bis 17 Uhr, unter Einhaltung der coronabedingten Schutzmassnahmen den Besucherinnen und Besuchern einen abwechslungsreichen Tag bietet, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

«Heimatweg» wurde um 25 Tafeln erweitert

Kaisten besitze ein vielfältiges Kulturerbe, das von lokalen Akteuren intensiv gepflegt werde, heisst es weiter. Seit 2017 können Interessierte die Kultur und Geschichte des Dorfes auf zwei Rundgängen in Kaisten und im Ortsteil Ittenthal erkunden. Der «Heimatweg» wurde nun um 25 Tafeln erweitert. Er ist bestes Beispiel für das Label «Hallo! Kulturerbe». Regierungsrat Alex Hürzeler eröffnet um 10 Uhr den Kulturerbe-Tag, und die Ortsbürgerkommission übergibt den neuen Heimatweg an die Bevölkerung.

Weiter geplant sind verschiedene Spaziergänge und Führungen. Bei einem Spaziergang auf den Fasnachtsberg etwa lassen sich die Überreste einer mittelalterlichen Burg und Spuren aus der Bronzezeit entdecken, Dorfrundgänge führen in die Römerzeit und thematisieren die Kaister Siedlungsgeschichte. Ausserdem sind Originalfunde aus 6000 Jahren zu sehen. Die Führung in der Pfarrkirche St.Michael bietet die Möglichkeit, den Dachstock zu betreten. Szenische Rundgänge lassen den Habsburger Rudolf II. und die Äbtissin von Bad Säckingen zu Wort kommen. Längst vergessene Handwerksberufe und verschwundene Bauwerke werden wieder lebendig bei der Präsentation des Fotoarchivs.

Der Gerichtsfall des Zimmermanns «Hobelhans»

Mit der eigens für den Kulturerbe-Tag programmierten Erweiterung der App «IndustriekulTOUR» können die Besucher ausserdem selbst im Dorf auf Entdeckungsreise gehen. Besonders spannend ist die Präsentation zu einem Gerichtsfall aus dem Jahr 1849. Der Kaister Zimmermann «Hobelhans» wurde damals nach einem Mord hingerichtet – die Gerichtsakten und die originale Richtwaffe geben Einblick in diesen alten Kriminalfall und erzählen von Schuld und Sühne. Sagenlesungen, eine Ausstellung zur Kaister Fasnacht sowie Workshops für Kinder runden das Programm ab.

Für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher sorgt ein Schutzkonzept. Auf dem Areal ist ausreichend Platz für Abstand vorhanden. Für Führungen, Rundgänge und Präsentationen gilt eine beschränkte Platzanzahl. In Innenräumen gilt eine Maskenpflicht. (az)

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