Oeschgen

Kampf der Jahreszeiten: Unfälle sind beim Oeschger Eierleset vorprogrammiert

Pünktlich zum Kampf gegen den Winter, zeigte sich der Frühling: Beim traditionellen Eierleset in Oeschgen blieb es trocken. Und so konnten die beiden Teams den Kampf der Jahreszeiten austragen – ob sackhüpfend oder auf dem Velo ohne Reifen.

Die wohl grössten Fans des beliebten Oeschger Eierleset müssen die Wettergötter sein. Sie liessen es am Sonntag rechtzeitig trocken bleiben, damit das traditionelle Vertreiben des Winters planmässig stattfinden konnte und nicht verschoben werden musste. Der durchführende Turnverein sowie die zahlreichen Gäste waren dankbar und genossen das Spektakel von der ersten bis zur letzten Minute.

Das letzte Ei fliegt über das Haus

Nach knapp einer Stunde war es soweit: der letzte Läufer des Teams Frühling hielt das entscheidende Ei in der Hand und warf es - wie es die Tradition gebot - nicht wie die vorangegangen in den mit Spreu gefüllten Korb, sondern in hohem Bogen über das Dach des Hauses von Familie Rufli. Zuvor hatten sich die beiden Teams, Frühling und Winter, hart bekämpft. Lange hatten gar die Winterläufer vorne gelegen, doch mit einem Schlussspurt wurde dem Winter der Garaus gemacht.

Die Vorbereitungen zum grossen Spektakel hatten wie immer schon früh begonnen: Am Donnerstag gingen die Aktiven des Turnvereins bei der Oeschger Bevölkerung die Eier einsammeln. Am Samstag gings schliesslich in den Wald, um die beliebten Figuren respektive Masken zu kreieren: Strohmuti, Stechpalmig, Gmischti, Tannig. Mit von der Partie waren auch der Jasschärtler, Bierdeckler, Schneemann und auch das Brautpaar sowie der Eierpfarrer durften nicht fehlen.

Tönt einfach, ist es aber nicht

Kurz nach 14 Uhr fiel dann am Sonntag der Startschuss. Es galt für die beiden Wettkampfteams, je 100 auf dem Parcours ausgelegte Eier einzusammeln und in den von den Fängern bereitgehaltenen Korb zu bugsieren. Was so schrecklich einfach tönt, war es in Wirklichkeit ganz und gar nicht. So mussten die Teams den Weg beispielsweise auf Stelzen, mit Skis, zu zweit auf dem Bärewage, sackhüpfend oder auf dem Velo ohne Reifen zurücklegen - und die massigen Figuren der gegnerischen Mannschaft standen stets behindernd im Weg.

Kein Wunder, dass das Eierleset nicht ohne die eine oder andere Blessur über die Bühne ging. Trotzdem oder gerade deshalb - das Publikum hatte seinen Spass an diesem Spektakel, die Teilnehmer agierten fair. Den Schlusspunkt bildete der traditionelle Eiertätsch: ein Schnitzelbank, in der die Geschehnisse im Dorf während des vergangenen Jahres persifliert wurden.

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