Zeihen
Kleine Küken sorgen für Jö-Effekt am Eröffnungstag im Fricktaler Vogelpark

Seit Freitag hat die Gemeinde mit dem Vogelpark Ambigua eine Attraktion mehr. Zwanzig winzige vom Aussterben bedrohte Appenzeller Spitzhaubenhühnern sind am Mittwoch geschlüpft.

Karin Pfister
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Die Appenzeller Spitzhaubenhühner sind erst am Mittwoch dieser Woche geschlüpft. KPF

Die Appenzeller Spitzhaubenhühner sind erst am Mittwoch dieser Woche geschlüpft. KPF

Karin Pfister

Über dreieinhalb Jahre hat Rolf Lanz zusammen mit seiner Frau Manuela und seinen Mitarbeitern auf diesen Tag hingearbeitet. Am Freitag wurde bei und trotz strömendem Regen der Vogelpark Ambigua in Zeihen eröffnet. «Eigentlich hat bis heute immer alles geklappt wie geplant», zog der pitschnasse und glückliche Rolf Lanz Resümee. Die Anlage sei bis auf die grosse Flugvoliere fertiggestellt und im März seien erstmals junge Graupapageien auf die Welt gekommen.

Weder die südamerikanischen Vögel noch die Besucherinnen und Besucher liessen sich vom Wetter den Tag verderben. Bereits kurz nach der offiziellen Türöffnung standen erste Gäste vor den Aussenvolieren. Unter ihnen auch Christine und Kurt Spörri aus Pratteln: «Die Anlage ist wunderschön; sie gefällt uns sehr gut und wir kommen bestimmt nochmals wieder; bei Sonnenschein», so das Ehepaar, das zu Hause selber zwei Papageien besitzt.

Zurzeit 220 Vögel

Insgesamt sind im Vogelpark Ambigua in Zeihen nun 220 Vögel beheimatet, rund 80 will Rolf Lanz in den nächsten Monaten dazu kaufen. Eine ganz besondere Lieferung traf kurz nach Mittag ein. Josef Nussbaum vom Züchterverein für ursprüngliches Nutztiergeflügel fuhr mit einer Kartonschachtel vor. Darin versteckten sich 20 Küken, die erst am Mittwoch geschlüpft sind. Die jungen Tiere gehören zu den Appenzeller Spitzhaubenhühnern und sind auf der Liste der Stiftung Pro Specie Rara, welche gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben bewahren möchte.

Rund 21 Tage wurden die Eier in einem mobilen Brutkasten ausgebrütet. «Der Brutkasten stand im Schulhaus in Seltisberg», erklärte Josef Nussbaum. Er bringe immer mal wieder Eier zum Ausbrüten in die Schulen, damit die Kinder die Tiere kennen lernen können. Und auch umgekehrt: «Die Küken sind sich an Menschen gewöhnt, das merkt man gleich», so Josef Nussbaum, als er eines nach dem andern vorsichtig aus der Schachtel nahm und ins neue Zuhause im Hühnerhaus im Vogelpark setzte. Die nächsten sechs Wochen dürfen die Küken noch nicht an die Öffentlichkeit. «Sie brauchen viel Trockenheit und Wärme; in der Nässe werden sie krank.» Rund 21 Wochen dauert es, bis aus den Küken grosse Hühner geworden sind, die bis zu zehn Meter hochfliegen können.

Mit den Eiern will Rolf Lanz unter anderem auch seine Papageien füttern. «Diese brauchen regelmässig tierische Fette, anstatt nur Hackfleisch erhalten sie dann ab und zu auch Eier.»

Der Vogelpark Ambigua ist jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 13 bis 19 Uhr geöffnet.