Frick

Köstliche Clownerie ohne Klamauk

Drei liebenswert verschrobene Figuren mit Knollennase und Melone: Die Compagnie Schafsinn. ari

Drei liebenswert verschrobene Figuren mit Knollennase und Melone: Die Compagnie Schafsinn. ari

Die Compagnie Schafsinn begeisterte im Kornhauskeller mit dem Programm «Wannenwarten».

Eine in die Jahre gekommene, alte Badewanne, sechs Füsse, die rot bestrumpft über den Rand baumelten, drei kaum erkennbare Wuschelköpfe und leicht schnaufende Schlafgeräusche – so «begrüssten» die drei Comedians Gabriel Kramer, Maya Gehri und Konrad Utzinger von der Compagnie Schafsinn erst einmal die Zuschauer im Kornhauskeller Frick.

Doch dann kam langsam Leben in das kleine Wannenteam, sie rekelten sich, angelten nach ihren ausgelatschten Schuhen, verliessen behutsam ihr sicheres Domizil. Hervor kamen drei liebenswert verschrobene Figuren mit Kleidern aus Uromas Zeiten, mit Knollennase und Melone. Unsicher fragend schauten sie sich an, warteten, doch nichts geschah. Langeweile kam auf. Um der zu entgehen, treiben sie jede Menge Schabernack. Sie begannen, Geschichten zu erzählen, ganz ohne Worte mit ausdrucksstarker Gestik, urkomischer Mimik und Musik.

Mal melancholisch, mal rasant

Es begann eine turbulente Jagd nach einer letzten Zigarette, die jeder schlitzohrig für sich selbst ergattern wollte, sie versuchten, sich immer wieder gegenseitig auszutricksen, bekamen fast einen Erstickungsanfall, musizierten danach friedlich auf Gitarre, Akkordeon und Klarinette miteinander, fiedelten mal melancholisch, mal rasant, immer aber melodiös. Sie freuten sich wie kleine Kinder, als sie einer Säge eine Melodie entlockten, verwenden kreativ jede Nebensächlichkeit zum Zeitvertreib. Mit herzerfrischender Komik und romantisch verrückter Pantomime jonglierten sie mit Bällen, legten einen wilden Fechtkampf hin, bekamen ein schlechtes Gewissen, trotteten mit hängenden Schultern davon.

Grossartig die Szene, als zwei von ihnen heimlich und recht tollpatschig dem Dritten im Bunde die Gitarre klauen wollten, dabei erwischt werden, betreten dreinschauen, ihnen dann in eindrücklicher Grosszügigkeit das Instrument geschenkt wird. Es war ein sehr kurzweiliges Warten und ganz bestimmt nicht langweilig für die Gäste des Abends, die sich wundervoll amüsieren konnten über eine Clownerie, die zu keiner Zeit in Klamauk abrutschte.

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