Magden

Kunstvolle Muster in allen Farben – ein Sandpalast für Buddha

Ein Sandmandala während seiner Entstehung. Die feinen Details erfordern hohe Konzentration.

Ein Sandmandala während seiner Entstehung. Die feinen Details erfordern hohe Konzentration.

Bunte Sandmandalas haben im Buddhismus eine lange Tradition. Das Streuen eines Mandalas ist ein wichtiger Prozess um zu meditieren und für den Segen Buddhas zu beten. Abt Kunga Tenzin und sein Assistent bringen sie in die Region.

Der Abt Kunga Tenzin leitet in Mustang, einem Königreich in Nepal eine Klosterschule. Als buddhistischer Mönch lernte er von älteren Mönchen das traditionelle Streuen von Sandmandalas. Die geometrischen Strukturen müssen auswendig gelernt werden. Abt Kunga Tenzin kennt sieben verschiedene Sandmandalas auswendig. Das Mandala stellt einen Palast für Buddha und seine 16 Jünger, genannt Arhats, dar.

Konzentration und Meditation

«Zu Hause brauchen wir für ein Sandmandala nur zwei bis drei Tage», erzählt Kunga Tenzin. Dann arbeiten sie zu viert an einem Mandala. Jeder Mönch widmet sich einer Himmelsrichtung. In Magden werden Abt Kunga Tenzin und sein Assistent Lama Tashi Dhundu eine Woche damit verbringen.

Abt Kunga Tenzin (links) mit seinem Assistenten Lama Tashi Dhundu.

Abt Kunga Tenzin (links) mit seinem Assistenten Lama Tashi Dhundu.

Bei einer Anfangszeremonie wird ausführlich gebetet. Die Mönche bitten Buddha und die 16 Arhats um Anwesenheit. Für sie und für Buddha wird dann der Palast, den das Sandmandala darstellt, erbaut. Sie bleiben während der gesamten Erstellung anwesend, glauben die Mönche.

Während dem Streuen eines Sandmandalas kommen viele Mönche vorbei und beten dabei um Buddhas Segen. Nach einer Abschlusszeremonie verlassen Buddha und die Arhats den Sand-Palast wieder und das Mandala kann zerstört werden. Der Sand, der vom Flussufer stammt, wird in ein Gewässer gestreut.

Die Anwesenheit der Gottheit und die vertiefte, präzise Arbeit dienen der Meditation. Dieses in sich gehen ist wichtig für Abt Kunga Tenzin. In der Schweiz fällt ihm besonders auf, dass sich die Leute stärker mit ihrer Umwelt und den Erwartungen an diese beschäftigen, als sie sich mit sich selbst befassen.

Die Kunst Sandmandalas zu erstellen, bringt Abt Kunga Tenzin heute seinen Auszubildenden mit viel Geduld bei. Die werdenden Mönche absolvieren nach dem Besuch der Klosterschule Lo-Manthang ein buddhistisches Religionsstudium am seit 2004 angeknüpften «College». Die Schüler können die Lo-Manthang-Schule aber auch jederzeit verlassen und einen weltlichen Beruf ergreifen.

Dass sich trotzdem viele für die Ausbildung zum Mönch entscheiden, ist wichtig für Mustang. Gebildete Leute werden im Königreich mit hoher Analphabetenrate gebraucht. Seit der Besetzung des angrenzenden Tibets durch China leidet besonders die Schulbildung – mit wirtschaftlichen Folgen.

«Viele Mönche lassen sich in Indien ausbilden. Daher fehlen Lehrer im eigenen Land», erklärt Abt Kunga Tenzin. Auch er hat seine Ausbildung in Indien absolviert. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt der Schweizer Schulverein Lo-Manthang Kunga Tenzins Klosterschule sowie eine Mädchenschule in Mustang.

Besuch in Magden

Interessierte können vom 18. bis 25. Januar täglich von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus in Magden bei der Arbeit von Abt Kunga Tenzin und seinem Assistenten zuschauen. Es wird eine Kollekte für Spenden geben. Das gesammelte Geld wird vor allem für warme Kleidung verwendet, weil das Heizen des Klosters auf der Höhe von 2500 Metern kaum möglich ist. Die Veranstaltung wird vom Schulverein Lo-Manthang organisiert. Der Verein mit neun Schweizer Vorstandsmitgliedern bietet auch Patenschaften für Kinder in Mustang an.

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