Laufenburg
Bezahlbarer Wohnraum: Die SP-Ortspartei will auf der Schollenhalde unter anderem familienfreundliche Mietwohnungen

Nachdem der Stadtrat die Kompetenz erhalten hat, die Parzelle Schollenhalde westlich vom Ziegelhüttenweiher zu verkaufen, machen sich Susanna Brogli-Schoder und Astrid Bieri Gedanken darüber. Sie fordern familienfreundliche Mietwohnungen und sähen es gerne, wenn das Bauland im Besitz der Gemeinde bleibt.

Peter Schütz
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Astrid Bieri, links, und Susanna Schoder-Brogli machen sich über die Zukunft der Schollenhalde in Laufenburg Gedanken.

Astrid Bieri, links, und Susanna Schoder-Brogli machen sich über die Zukunft der Schollenhalde in Laufenburg Gedanken.

Peter Schütz

Die Gemeindeversammlung erteilte am 18. November dem Laufenburger Stadtrat die Kompetenz, die Parzelle Schollenhalde westlich vom Ziegelhüttenweiher zu verkaufen. Der Verkaufspreis soll zwischen 500 und 600 Franken pro Quadratmeter liegen.

Das Traktandum brachte zwei Anträge hervor. «Warum ein Preisrahmen?», fragte Jo Schnetzler. Sein Vorschlag: Den Grundpreis auf 550 Franken pro Quadratmeter festlegen und die Erhöhung nach oben offenlassen. Damit könnte auf Marktpreise reagiert werden. Diesen Antrag nahm der Souverän an.

Susanna Brogli-Schoder und Astrid Bieri von der SP Laufenburg stellten einen Rückweisungsantrag mit der Forderung, dass der Stadtrat die Abgabe im Baurecht respektive einen Verkauf unter Auflagen betreffend bezahlbaren Wohnraum oder Durchmischung der Bewohnerschaft ernsthaft prüft. Rückendeckung erhielten sie von Cornelia Thürlemann aus Sulz. Baurecht bedeute, dass Bauland der Allgemeinheit gehöre, stellte sie klar. Und so Cornelia Thürleman:

«Bauland ist knapp, es wäre gescheiter, wenn das Land im Besitz der Gemeinde bleibt, sie könnte langfristig entscheiden, was damit geschieht.»

Ihre Forderung: «Das müsste man prüfen, vor allem zu einer Zeit, in der es wenig Bauland in Laufenburg gibt.» Den Antrag der zwei SP-Frauen lehnte der Souverän zwar mit 93 zu 34 ab. Damit wäre das Thema eigentlich erledigt. Dennoch wollen Susanna Brogli Schoder und Astrid Bieri am Ball bleiben.

Wunsch nach Auskunft über Baulandreserven

Sie würden sich wünschen, dass mit einer Auslegeordnung Auskunft über grössere Baulandreserven in der Gemeinde Standort Laufenburg sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Eigentum gegeben wird. Ausserdem solle sich die Gemeinde dafür einsetzen, Land im Baurecht abzutreten, für familienfreundliche, bezahlbare Mietwohnungen und für Wohnraum, welcher sich für generationendurchmischtes Wohnen eignet.

Generationsübergreifendes, durchmischtes Wohnen wünschenswert

Die Gemeinde soll bei der Gründung einer Wohnbaugenossenschaft Hand bieten und sich etwa mit dem Gewinn des Landverkaufs beteiligen. Denn: Bleibe Land im Besitz der Gemeinde, falle der Aspekt der Spekulation durch Aussenstehende weg. Die Gemeinde verpachte es lediglich weiter, was zu günstigerem Wohnraum führen kann. Bei einem Verkauf hingegen werden die Kosten auf die Mieter umgewälzt, was die Mieten nach oben schiessen lässt, argumentieren die SP-Frauen.

Und: «Die Durchmischung funktioniert auch in den Beziehungen untereinander.» Gerade in Laufenburg, das stark separiert sei, wäre ein generationsübergreifendes, durchmischtes Wohnen wünschenswert.

Deshalb finden Susanna Brogli-Schoder und Astrid Bieri: «Man muss diskutieren, was man mit dem Land macht, solche Gedanken sollte man aufnehmen.» In dem Zusammenhang verweisen sie auf die Stiftung Wohnen Schweiz als Hilfestellung für Gemeinden.

Verdichtetes Bauen wird zum Thema

Stadtammann Herbert Weiss erklärt, dass es betreffend Ausbaustandard nebst den gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich keine Kriterien gibt. Im Mittelpunkt stehe ein «qualitativ gutes Erscheinungsbild». Dieses soll die Fachkommission «Stadtgestaltung» beurteilen.

Zur Lage der vorhandenen Baulandflächen erklärt er: «Im Zuge der laufenden Nutzungsplanungsrevision werden wir gezwungen, Bauland auszuzonen, deshalb werden wir weniger freies Bauland zur Verfügung haben. Das verdichtete Bauen wird zum Thema.»

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