9 der 17 bestehenden Polizeiposten der Kantonspolizei sollen wegfallen, einer davon ist der Posten Laufenburg (az von gestern). «Nicht glücklich» ist darüber der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss. «Die Bevölkerung nimmt die Präsenz der Kantonspolizei wahr und fühlt sich sicher», ist er überzeugt. Und: «Was man hat, gibt man nicht einfach so preis.» Deshalb werde der Stadtrat nun das Thema behandeln und im Rahmen der Anhörung der Gemeinden eine Antwort nach Aarau schicken. Definitiv entscheiden wird der Regierungsrat Ende Jahr.

Regionalpolizei mit Aussenposten?

Da im Bezirkshauptort auch die Regionalpolizei keinen Posten betreibt, wäre Laufenburg künftig postenlos. Nur Bad Zurzach ist in der gleichen Situation. Alle anderen Gemeinden, die den Posten der Kantonspolizei verlieren, sind Repol-Standorte.

Während die Polizei Oberes Fricktal mit Frick nur einen Standort hat, betreiben andere Regionalpolizeien Aussenstandorte. Im unteren Fricktal etwa gibt es den Hauptposten in Rheinfelden und die Aussenstandorte Möhlin und Stein. Wäre also ein Aussenposten der Polizei Oberes Fricktal in Laufenburg eine denkbare Variante? «Das wäre schön», sagt Herbert Weiss, der auch im Führungsausschuss der Regionalpolizei Einsitz nimmt. Er schränkt aber umgehend ein, von der Leistungserbringung her sei es wohl nicht sinnvoll. «Die Polizei Oberes Fricktal funktioniert gut und wir möchten sie nicht schwächen.»

Uniformierte Präsenz statt Bürojob

Noch deutlicher wird Daniel Suter, Gemeindeammann von Frick und Präsident des Führungsausschusses der Polizei Oberes Fricktal. «Ein Aussenposten ist kein Thema.» Bereits bei der Gründung der Polizei Oberes Fricktal sei als Grundsatz festgelegt worden, dass man von einem Stützpunkt aus operiere.

«Jeder Posten bindet personelle Ressourcen», so Suter als Begründung. «Unsere Polizisten sollen nicht im Büro auf Kunden oder Anrufe warten, sondern in der Region patrouillieren.» Die Steigerung der uniformierten Patrouillentätigkeit sei der Grund für die erfolgreiche Arbeit der Regionalpolizei in den letzten Jahren.

Mit der Reduktion der Kantonspolizei-Posten gehe der Regierungsrat in die gleiche Richtung, so Suter. «Nach der neuen Doktrin sollen die Kantonspolizisten möglichst viel auf der Strasse unterwegs sein.» Deshalb ist für ihn klar: «Mich überzeugen die Massnahmen und Vorschläge des Regierungsrats.» Der Führungsausschuss der Polizei Oberes Fricktal, der in der Anhörung ebenfalls Stellung nehmen darf, befürworte die vorgeschlagene Postenreduktion, so Suter weiter. Mehrarbeit für die Regionalpolizei, wie es Kritiker befürchten, sei dadurch nicht zu erwarten. Kurz: «Aus Sicht der Regionalpolizei können wir keine negativen Aspekte erkennen.»