Frick
Liebe ist ein schmaler Grad zwischen Untergang und Auferstehung

Im Meck à Frick wurden die Besucher in eine amouröse Welt entführt. Die beiden Künstler Laura Enders und Benno Ernst luden ihre Gäste auf ein mal schnell, mal langsam aber stets unterhaltsames «Karussell Amor» ein.

Ingrid Arndt
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Laura Enders und Benno Ernst zeigten ein herrlich ästhetisches Spiel rund um das Karussell Amor. ari

Laura Enders und Benno Ernst zeigten ein herrlich ästhetisches Spiel rund um das Karussell Amor. ari

Die Liebe – das kann ein Himmel voller Geigen sein, aber auch abgrundtiefer Schmerz. Es ist ein «Karussell Amor», in das am Samstagabend die beiden Künstler Laura Enders und Benno Ernst die Gäste im Meck zum Einsteigen eingeladen hatten.

Es dreht sich seit Jahrtausenden, wie der Sprecher zu Beginn sagte, und es bewegt sich seitdem auf einem engen Grat zwischen Untergang und Auferstehen.

In diesem Kreis, einem kleineren, der das Miteinander versprach, sowie einem grösseren, indem es teilweise nicht ganz so friedlich zuging, bewegten, spielten, tanzten, sangen und artikulierten (allerdings unverständlich) sich emotional und ausdrucksstark die beiden Liebenden, mal innig vereint, dann wieder unversöhnliche Kontrahenten.

Mit clownesker Mimik und enormer Körpersprache zeigten sie leidenschaftlich und poesievoll die gesamte Skala der Gefühle: Streit, Ablehnung, Wut, zaghafte, unsichere Annäherung, zueinander streben, liebevolles Miteinander bis hin zur Ekstase. Anrührend schön war der harmonische Tanz in virtuosem Gleichklang in fast überirdischer Glückseligkeit.

Übermütig setzten sie ihre Zweisamkeit aufs Spiel, liessen sich locken von Versuchungen ausserhalb ihres symbolträchtigen Kreises, waren verletzt, eifersüchtig, zweifelnd, wendeten sich vom anderen ab, konnten dennoch nicht wirklich ohne den anderen sein, suchten sich, waren wieder eins.

Ein herrlich ästhetisches Spiel, bei dem Szene um Szene mit getanzter Leichtigkeit Anfechtungen, Angst und Freude gezeigt wurden. Wie zwei doch so schnell aus dem Takt kommen können, sich belauern, annähern, zusammen neue Horizonte entdecken, sich verzaubern lassen und wieder die gemeinsame Melodie finden.

Manchmal klemmt dieses Karussell Amor eben ganz gewaltig, das amouröse Miteinander artet aus in Ernüchterung und Gegeneinander, eine Trennung steht im Raum. Doch es lohn sich allemal zu kämpfen – füreinander.

Die Idee für das Stück hatte die 38-jährige, freischaffende Schauspielerin Laura Enders, die unter anderem eine Ausbildung an der Scuola Teatro Dimitri absolvierte und in Buenos Aires eine Zeit auf den Spuren des Tango war. Sie gibt Unterricht in Tango Argentino und Körpertraining, gründete in Aarau eine offene Bühne, ist unterwegs mit eigenen Solostücken.

Die Musik für das Karussell Amor schrieb Benno Ernst. 1982 in Aarau geboren, erlernte er schon mit fünf Jahren das Gitarrenspiel. Er bildete sich kontinuierlich autodidaktisch weiter, gründete in der Schulzeit eine Band.

Heute ist er freischaffender Musiker, Schauspieler und Tänzer, gibt Tangokurse, erteilt Musikunterricht, wirkt in Theater-und Filmproduktionen mit, ist mit unterschiedlichen Bands in verschiedenen Sparten auf Tournee, schreibt eigene Songs. Wichtig ist ihm stets seine eigene künstlerische Freiheit.

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