Magden
«Bünn» wird mobilisieren: Der Gemeinderat rechnet an der Gmeind mit bis zu 500 Stimmbürgern

Günstige Wohnungen für Familien und junge Leute sowie ein Angebot für altersgerechtes Wohnen – all das kann für den Gemeinderat Magden im Gebiet «Bünn» möglich werden, sollte der Souverän in der Gemeindeversammlung am 3. Dezember die entsprechenden Weichen stellen. Andernfalls würde man eine Chance vergeben.

Hans Christof Wagner
Drucken
Noch ist das Areal Bünn in Magden grüne Wiese. Aber das könnte sich ändern, sollte es zu einer Spezialzone werden.

Noch ist das Areal Bünn in Magden grüne Wiese. Aber das könnte sich ändern, sollte es zu einer Spezialzone werden.

Dennis Kalt/Aargauer Zeitung

Wenn am Freitag kommender Woche, dem 3. Dezember, die Magdener Stimmbürger zur Einwohnergemeindeversammlung zusammenkommen, tun sie das in der Turnhalle Matte, die gross genug ist, dass sich darin bis zu 500 Magdenerinnen und Magdener coronakonform versammeln können. Gemeindeammann André Schreyer kann nicht abschätzen, ob tatsächlich so viele kommen werden. Er geht aber davon aus, dass ein Traktandum die Massen anziehen wird: Traktandum 5, die Teiländerung Nutzungsplanung/Einzonung Bünn.

2,6 Hektare grosses Areal südöstlich des Ortskerns

Und die Mobilisierung war auch schon im Vorfeld gross. 169 Eingaben und Anträge waren im Mitwirkungsverfahren zum Gebiet eingegangen, das im Juli/August über die Bühne ging. 123 davon hatten sich gegen die Einzonung ausgesprochen. Das allein macht deutlich, welch grosse Bedeutung das 2,6 Hektaren grosse Areal südöstlich des Ortskerns im Dorf hat und wie unterschiedlich die Meinungen zur künftigen Nutzung sind.

Auch die Magdener Ortsparteien haben sich teils schon zu Bünn positioniert: Die GLP empfiehlt, die Einzonung «Bünn» abzulehnen, aus Unbehagen gegen das rasante Bevölkerungswachstum Magdens in den vergangenen 20 Jahren. Für ein Ja indes ist Peter Müller, Sekretär der Magdener Ortspartei Die Mitte, dies aber unabhängig von seiner Parteifunktion. Mit einem Nein gehe Entwicklungspotenzial für zukünftige Generationen verloren, sagt er.

Alternative zu den in Magden dominierenden Einfamilienhausquartieren

Damit liegt Peter Müller inhaltlich voll auf Linie des Gemeinderates, der in der Botschaft zur Einwohnergemeindeversammlung am 3. Dezember so um ein Ja der Stimmbürger wirbt: «Die Baukörper orientieren sich in Ausrichtung und Anordnung an den bestehenden Strukturen. Sie ergänzen das Siedlungsgefüge, entwickeln prägende Dorfteile unter Wahrung ablesbarer historischer Raumstrukturen weiter und schaffen einen guten Übergang ins Landwirtschaftsgebiet.» Zwei- und Drei-Zimmer-Mietwohnungen könnten Alternativen zu den in Magden dominierenden Einfamilienhausquartieren darstellen. Auf Nachfrage sagt Schreyer:

«Im Bünn soll günstiger Wohnraum für Familien und junge Menschen entstehen sowie altersgerechtes Wohnen möglich sein. Das gibt es in Magden zu wenig.»

Die geplante Bünn-Bebauung liege zentrumsnah, füge sich mit maximal drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss noch gut in die Landschaft ein und biete Raum für 250 bis 300 Personen. Zudem sei das Areal schon im kantonalen Richtplan, so Schreyer.

Bei einem Nein würde es wieder Landwirtschaftszone

Sollte die Vorlage keine Zustimmung erhalten, werde das als Spezialzone Bünn bezeichnete Gebiet sowie die neu einzuzonende Grünzone der Landwirtschaftszone zugeteilt. Eine Neubeurteilung beziehungsweise eine Zuweisung zur Bauzone sei damit für die kommenden zehn bis 20 Jahre ausgeschlossen – hält die Botschaft als Konsequenz eines Neins zum Traktandum fest.

Zweites grosses Traktandum der Einwohnergemeindeversammlung am 3. Dezember wird das Budget 2022 sein. Der Gemeinderat beantragt, dem Budget 2022 mit einem Steuerfuss von 95 Prozent zuzustimmen. Schreyer sagt:

«Corona hat in Magden kaum für Einbrüche bei den Steuereinnahmen gesorgt. So haben wir für 2022 eine halbe Million Franken mehr Steuereinnahmen budgetiert als noch 2021.»

Magden verfüge über fast keine juristischen Personen als Steuerzahler und habe so auch keine coronabedingten Einbussen hinnehmen müssen. 2022 werde die Gemeinde noch rund sechs Millionen Franken Vermögen haben, rechnet der Gemeindeammann vor. 2,1 Millionen Franken davon sollen in die Totalsanierung des Schwimmbads fliessen. Der neue Werkhof und die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrmagazins stünden ebenso an. Was das kosten wird, steht laut Schreyer aber noch nicht fest.

Aktuelle Nachrichten