Kaiseraugst

Menschliche Stinkbomben: Wildkacker drohen 100 Franken Busse

Hier hinterliess der Missetäter einen seiner Häufchen – das Papier liess er liegen.

Hier hinterliess der Missetäter einen seiner Häufchen – das Papier liess er liegen.

Die stinkenden Hinterlassenschaften eines Unbekannten ärgern die Bewohner von Kaiseraugst. Seine Häufchen werden ihm aber wohl teuer zu stehen kommen.

Ein Unbekannter verrichtet seit geraumer Zeit sein grosses Geschäft auf dem öffentlichen Grund der Gemeinde Kaiseraugst. Seine Hinterlassenschaften samt Papier lässt der Wildkacker liegen.

Die stinkenden Haufen schlagen in der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt» hohe Wellen. Ein User bezeichnet die Vorfälle als eine «perverse Sauerei». Die Haufen seien regelmässig an den gleichen Stellen – Einfahrt zur Fischzucht, Kreuzung zum Tierpark und beim Park Violaweg – zu finden. «Das hat System und ist anders nicht zu erklären», befindet der User.

Tat ist eine Erregung ­öffentlichen Ärgernisses

Durch einen Bericht in «20 Minuten» ist auch die Regionalpolizei unteres Fricktal über die Hinterlassenschaften in Kaiseraugst informiert. «Der Verursacher hat sich strafbar gemacht», so Christine Schibler, die als ­Vizestadtschreiberin von Rheinfelden stellvertretend für die Regionalpolizei unteres Fricktal Auskunft gibt. Denn so ist es gemäss Paragraf 14 des Polizei­reglements untersagt, auf öffentlichem Grund oder an einem von der Öffentlichkeit einsehbaren Ort die Notdurft zu verrichten. «Das Verrichten der Notdurft in der Öffentlichkeit wird als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen», sagt Schibler.

Mit dem einfachen Begriff der Notdurft mache der entsprechende Paragraf keinen Unterschied über die Art des Geschäfts, so Schibler. Sofern werden das Hinterlassen von Stuhlgang als auch das Urinieren in der Öffentlichkeit gleich behandelt und können mit einer Busse von 100 Franken geahndet werden.

Bis jetzt sei bei der Regionalpolizei noch keine Anzeige oder Meldung eingegangen. Auch bei der Gemeinde Kaiseraugst habe bisher noch niemand die Vorfälle gemeldet, sagt Schibler. «Damit die Regionalpolizei die Ermittlungen einleitet, müsste jedoch eine offizielle Meldung oder Anzeige eingehen.»

Die Anwohner sind nun sensibilisiert

Sofern der Verursacher weiterhin sein Unwesen treibt, geht Schibler mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Verursacher auf frischer Tat ertappt wird. «Nachdem das Thema bereits in den sozialen Medien diskutiert wird, sind die Anwohnenden sensibilisiert», sagt sie.

In «Kaiseraugst lebt» macht eine Userin der Vorschlag, eine Wildtierkamera an den bisherigen Tatorten zu installieren, damit man den Täter überführen könne. Hierzu sagt Schibler, dass dies aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich sei.

Welches Motiv den Verursacher zu den Taten getrieben haben könnte, dazu kann Schibler keine Angaben machen. «Zum Glück ist ein solches Vergehen doch sehr selten», sagt sie.

Autor

Dennis Kalt

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