Laufenburg
Mit Schoggi-Träumen durch die Krise: Wie Markus Duss seinen Kunden den Corona-Alltag versüsst

Markus Duss führt seit September 2019 die Schoggi-Werkstatt in der Laufenburger Altstadt. Mit besonderen Ideen und regionalen Produkten versüsst er der Kundschaft den Corona-Alltag.

Peter Schütz
Merken
Drucken
Teilen
Markus Duss betreibt seine Schoggi-Werkstatt in der ehemaligen Apotheke in der Laufenburger Altstadt.

Markus Duss betreibt seine Schoggi-Werkstatt in der ehemaligen Apotheke in der Laufenburger Altstadt.

Peter Schütz

Die Winterpause der Schoggi-Werkstatt am Laufenplatz in Laufenburg dauert nur noch diese Woche. Dann will deren Betreiber Markus Duss sich wieder seiner Passion widmen: der Herstellung von Tafelschokoladen, Truffes, Pralinen und anderen süssen Verführungen. Dass sich Duss, ein gelernter Konditor-­Confiseur, einen über zweiwöchigen Unterbruch gönnt, ist für ihn nicht selbstverständlich.

1994 hat er den Traditionsbetrieb Confiserie Löwen in Einsiedeln, seinen Ausbildungsbetrieb, übernommen. Das Geschäft hat er bis 2011 unter dem Namen «Confiserie Duss zum Löwen» weitergeführt – 17 Jahre, in denen es für ihn so gut wie keine Ferien gab. «Wir hatten 365 Tage im Jahr geöffnet, ich hatte nie Weihnachten oder Ostern», berichtet er. Die Jahre in Einsiedeln bezeichnet er rückblickend zwar als «cool», aber der Wunsch nach einem Neuanfang an einem anderen Ort wuchs. Fündig wurde er zuerst in Kaisten, wo er mit seinem Partner eine Wohnung bezog. «Dann haben wir uns in Laufenburg verliebt», erzählt er. Die neue städtische Romanze wurde mit dem Umzug in die Laufenburger Altstadt sowie einem Jahr Pause gekrönt. Als die Nachfrage nach seinen Schokolade-Produkten wieder anstieg, begann er, in seinem neuen Domizil in der Fluhgasse für drei Geschäfte in Einsiedeln zu produzieren. Acht Jahre lang nutzte er dafür das Erdgeschoss.

Von der Laufenbrücke direkt ins Schoggi-Paradies

Im September 2019 erfolgte der nächste Schritt: Markus Duss, 57, übernahm die leerstehende ehemalige Apotheke am Laufenplatz gegenüber der Tourist-Info. Seither stellt er in der Schoggi-Werkstatt seine Produkte her. Ein Raum dient ihm als Materiallager, im grössten Bereich hat er den Laden eingerichtet. «Die Überlegung war, wieder Leben in die Altstadt zu bringen», sagt er. Duss weiter: «Der Platz ist sehr gut, man läuft von der Laufenbrücke direkt ins Schoggi-Paradies hinein.» Corona war zu der Zeit noch weit weg. Das Geschäft lief gut an. Er hatte Kundschaft auch von der deutschen Seite und bekam Aufträge von regionalen Firmen, Geschenkartikel herzustellen.

Im Frühjahr 2020 wurde alles auf einen Schlag komplizierter. «Corona kam kurz vor Ostern», erinnert er sich. «Die Grenze ging zu, und wir hatten das drückende Gitter vor der Tür. Da ist das Geschäft zusammengebrochen», so Duss, der jedoch Glück im Unglück hatte, als Tele M1 einen Film über ihn drehte. «Das hat mir die Osterwoche gerettet», lacht er. Trotzdem: «Die Deutschen haben gefehlt, ganz allgemein sind die Leute nicht mehr so häufig auf die Strasse gegangen.» Das Geschäft blieb gleichwohl offen, er habe sich gesagt, «wir ziehen das jetzt durch». Natürlich habe er gegen Ende 2020 den Weihnachtsmarkt in der Altstadt vermisst, aber der Herstellung von Schoggi-Nikoläusen und -Hasen, die in seinem Schaufenster noch jetzt eine gute Figur machen, tat dies keinen Abbruch.

Ende Februar will er sich an die Herstellung von Osterprodukten machen, auch für den Valentinstag will er sich rüsten, schliesslich für den Muttertag. Im Sommer geht es an die Herstellung von süssen Souvenirs mit Motiven von Laufenburg für die Touristen. Was dann auch passieren wird: Die Schoggi-Werkstatt wird zum ersten Mal Station der Graf-Hans-Führungen – mit heisser Schoggi und dem Laufenburger Löwen als Praliné zum Verkosten. «Es läuft immer etwas, langweilig wird es nicht.» Duss ist ein Einzelkämpfer, er produziert und verkauft selbst. Nur in Stosszeiten hat er Unterstützung.

Duss bietet über 40 verschiedene Tafelschokoladen an. Ausser Schokolade und Rahm verwendet er nur natürliche Aromen – keine Konservierungsstoffe, keine Farbmittel. «Was ich aus der Region nehmen kann, nehme ich aus der Region», sagt er. Kirschen, Kirsch oder Trockenfrüchte bezieht er aus Sulz. Falls etwas nicht verkauft wird, gibt er es an soziale Einrichtungen kostenlos weiter.