Musikschule Frick

Musiklehrerin Anna Tuena trommelt, sprintet und tanzt

Die Musikpädagogin Anna Tuena möchte zeitgenössische Musik vermitteln.

Die Musikpädagogin Anna Tuena möchte zeitgenössische Musik vermitteln.

Das neue Fach «Orchesterschlagzeug» ist zukünftiger Berufsalltag und Leidenschaft zugleich für die 24-jährige Studentin. Eines ihrer Anliegen ist es, zeitgenössische Musik zu vermitteln.

Die 24-jährige Studentin Anna Tuena erzählt leidenschaftlich und begeistert von Pauken, Becken, kleinen und grossen Trommeln und Marimba. «Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht», sagt die junge Musikerin. Ab nächstem Schuljahr wird sie das neue Fach «Orchesterschlagzeug» in der Musikschule Frick unterrichten.

Ihr Heimatort ist Poschiavo GR, geboren und aufgewachsen ist sie in Genf, für ihren Bachelor ist sie nach Zürich gezogen und ihren Master in Musikpädagogik mit einem Minor in Komposition macht sie nun in Basel. Sie erzählt: «Nach dem Gymnasium musste ich herausfinden, was ich studieren wollte. Dafür brauchte ich ein Jahr, das ich in Zürich verbracht habe.»

Als Alternative zu einem Musikstudium, zog sie damals ein Studium über Sprachen in Erwägung. Schliesslich fiel die Wahl jedoch klar zugunsten der Musik aus. «Ein Bekannter meinte zu mir, ich sollte doch das freiwillige Vorstudium machen, anstatt nur meine Zeit zu verplempern.

So konnte ich dann auch Theoriekurse besuchen, regelmässigen Unterricht nehmen und beim Jugend Sinfonieorchester von Zürich mitspielen.» Dieser Vorgeschmack habe ausgereicht, um sie der Musik zu erhalten.

Voller Energie

Ihr Hauptfach war schon während des Bachelors das klassische Schlagzeug. «Auf Französisch sagen wir ‹percussion›, aber wenn ich Perkussion sage, denken die meisten an sehr exotische Instrumente», schmunzelt sie. Spezialisiert hat sie sich jedoch auf das Trommeln auf Instrumenten, die zur westlichen, klassischen Musik passen. «Dabei kann ich richtig Energie ablassen.»

Wenn sie beim Arbeiten an den Trommeln nicht schon genug Energie loswurde, bewegt sie sich gerne. «Ich jogge hin und wieder und dazwischen sprinte ich manchmal einfach drauflos, um mich auszupowern. Neben dem Joggen tanze ich auch noch. Ich habe im Studium mal gemerkt, dass ich nun, da mein Hobby ja zum Arbeitsalltag wurde, ein neues, richtiges Hobby brauchte. So kam ich zum improvisierten Tanz.»

Neben dem Auspowern fasziniert sie am Musizieren aber auch das Entdecken von Neuem. «Ich begeistere mich besonders für zeitgenössische Musik. Sie ist so vielschichtig. Ich freue mich beim Unterrichten, das dann auch mit meinen Schülern zu teilen.

Die Neue Musik braucht dringend noch ein grösseres Publikum.» Weil die Neue Musik etwas abstrakt sei, empfänden sie viele Hörer als ungewohnt. «Entweder man ist totaler Fan oder überhaupt nicht.» Die Neue Musik sei wie ein neues Vokabular.

«Meine Mitbewohnerin, die Geografie studiert, findet zum Beispiel noch keinen Draht dazu. Dennoch schätze ich ihre Meinung als Hörerin sehr.» Mit ihnen wohnt auch eine Barockgeigerin in der Wohngemeinschaft. «So haben wir zwar Abwechslung aber auch viele spannende Diskussionen über Musik», sagt Tuena.

«Orchesterschlagzeug»

Ab nächstem Schuljahr möchte sie Fricker Musikschüler in die Welt von Orchesterschlagzeug und Marimba, einem übergrossen Xylofon, einführen. «Ein Freund, der bisher einen Schüler hatte in Frick, hat mich vorgeschlagen.» Nun hofft sie, eine möglichst gute Balance zwischen Unterrichten und Musizieren zu finden.

Die Preisträgerin des Migros Kulturprozent Preises musiziert aktiv in verschiedenen Konstellationen. «Mit einer befreundeten Cellistin habe ich ein Duo, und ich habe ein Duo mit einer Sängerin. Wir machen zeitgenössische Musik. Bei der Kombination mit dem Cello mischen wir südamerikanische Volksmusik darunter, um die Hörer nicht mit Neuer Musik zu erdrücken.»

Um die ersten Schüler vom Orchesterschlagzeug und Marimba zu überzeugen, findet am kommenden Freitag um 19 Uhr ein Vorstellungsabend in der Schulanlage Ebnet in Frick statt.

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