Kaiseraugst

Nach Auszug aus Liebrüti: Migros will Provisorium bauen

Die Migros will an der Landstrasse ein Provisorium errichten.

Die Migros will an der Landstrasse ein Provisorium errichten.

Nachdem aus der Filiale an der Landstrasse nichts wird, reicht der Grossverteiler nun ein Baugesuch für einen Kleinladen ein.

Nach dem Auszug aus dem Liebrüti-Zentrum Anfang Mai möchte Migros so schnell wie möglich wieder mit seinen Produkten im Ort präsent sein. Hierfür hat die Migros Aare gestern eine Baueingabe mit Ausnahmegesuch eingereicht. Das Baugesuch des Grossverteilers bezieht sich auf das eigene, rund 3000 Quadratmeter grosse Grundstück an der Landstrasse, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht.

Auf diesem Grundstück wollte der orange Riese eigentlich eine neue Filiale für rund zehn Millionen Franken bauen. Doch der Gemeinderat gab letzte Woche bekannt, dass er das Areal, das sich derzeit in einer Wohnzone befindet, nicht wie von Migros gewünscht, umzonen werde. Der Gemeinderat zerschlug damit vorerst die Pläne einer neuen Migros-Filiale im Ort.

«Um der Migros-Kundschaft aus Kaiseraugst auf der heutigen brachliegenden Parzelle trotzdem eine Lösung anbieten zu können», soll nun auf dem Areal ein Provisorium für einen Voi Migros-Partner errichtet werden, wie das Unternehmen schreibt. Bei Voi-Filialen handelt es sich um Kleinläden mit einem Migros-Sortiment, das die Versorgungslücken in ländlichen Regionen, Agglomerationen und Aussenquartieren schliessen soll.

Die Migros Aare ist sich bewusst, dass die Nutzung nur provisorisch möglich und zum aktuellen Zeitpunkt nicht zonenkonform ist, hofft jedoch mit dem Provisorium dem Wunsch ihrer Kunden aus Kaiseraugst nach Migros-Produkten nachkommen zu können. «Ziel ist es, zusammen mit der Gemeinde einen alternativen Standort für einen Migros-Supermarkt zu finden», so das Unternehmen.

Gemeindeschreiber Rolf Dunkel bestätigt den Eingang des entsprechenden Baugesuchs, das jedoch noch nicht gesichtet worden sei. «Das Baugesuch wird wie jedes andere gehandhabt und einer ordentlichen Prüfung unterzogen, an der auch der Kanton aufgrund der Verkehrslage beteiligt sein wird», sagt Dunkel. Schon bei der Prüfung zur Umzonung der Parzelle im Sinne der Migros war die verkehrstechnische Erschliessung aufgrund der speziellen Lage an zwei Kantonsstrassen ein starkes Argument für den Gemeinderat, das Grundstück in der Wohnzone zu belassen.

Wegen eines alternativen Standorts für einen Supermarkt stehe die Gemeinde mit der Migros nicht in Kontakt, so Dunkel. «Einen Standort in der Liebrüti würde man aber nach wie vor begrüssen», schiebt er nach. Für die Migros steht derzeit jedoch fest, dass eine Wiedereröffnung am ehemaligen Standort im Lieb­rüti-Zentrum keine Option ist.

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Autor

Dennis Kalt

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