Rheinfelden

Nach einem Jahr kehren die Schiffe wieder zurück – auch der «Rhystärn»

Seit Montag laufen die Ausbaggerungen an der Schiffsanlegestelle.

Ab Mitte Juli können die Personenschiffe wieder anlegen. Die Austiefungsarbeiten laufen seit dem 1.Juli.

Die Tourismusverantwortlichen von Rheinfelden haben gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen haben im letzten Jahr 2,4 Prozent mehr Gäste in Rheinfelden übernachtet als im Jahr zuvor. Und: Der «Rhystärn» wird voraussichtlich ab dem 16. Juli erstmals in Rheinfelden anlegen. «Die Erneuerung der Anlegestelle ist abgeschlossen», sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage.

Jetzt steht noch die Austiefung des Rheins an; die Arbeiten haben am Montag begonnen. Die Ausbaggerung ist nötig, da die Schiffe der Basler Personenschifffahrt AG sonst bei Niedrigwasser nicht anlegen können. Das war den ganzen letzten Sommer über der Fall und der Stadt fehlen so «wichtige Tagestouristen», wie Franco Mazzi, Stadtammann und Präsident von Tourismus Rheinfelden, im Jahresbericht des Tourismusvereins schreibt.

Die Arbeiten sollten ursprünglich parallel zur Sanierung der Anlegestelle erfolgen, doch übersah man bei der Planung die Schonzeit für die kieslaichenden Fischarten, die vom Dezember bis Juni gilt, und so mussten die Arbeiten bis im Juli warten. Laut Erdin werden die Arbeiten gut eine Woche in Anspruch nehmen und sollten bis zum Freitag, 12. Juli, abgeschlossen sein, damit am Dienstag darauf, also gerade noch rechtzeitig auf die Sommerhochsaison hin, das erste Schiff wieder in Rheinfelden anlegen kann. Es wird das erste Schiff seit fast einem Jahr sein.

In der Jahresstatistik 2018 wird die Zahl der Schiffsein- und -ausstiege denn auch für Rheinfelden und Kaiseraugst summiert ausgewiesen. Eingestiegen sind im Fricktal im letzten Jahr 9071 Personen, ausgestiegen 19'002 Gäste. 25 Mal mehr Gäste hatte das Sole uno – 491'338 Eintritte in die Wellnessoase wurden verkauft. Das Eden Solebad suchten 48'553 Personen auf, durchs Feldschlösschen liessen sich 30'863 Personen führen.

Ein gutes Jahr war das 2018 auch für die Hotelerie. Mit 66'031 Übernachtungen erzielte die Zähringerstadt das zweitbeste Ergebnis der letzten Jahre. Zwar lag der Anstieg schweizweit (+3,8 Prozent) und in Basel (+4,4) höher, im Vergleich mit dem Baselbiet (+1,1) und dem Aargau (+1,4) ist der Wert aber gut. «Mit den grossen Städten kann Rheinfelden aufgrund der Abwesenheit von grossen Messen nicht ganz mithalten», bilanzierte Daniel Schaffhauser, Vorstandsmitglied von Tourismus Rheinfelden, an der Generalversammlung.

Stark gestiegen sind im letzten Jahr die Logiernächte der Bed & Breakfast. Sie verzeichnen ein Plus von 16,5 Prozent. Rheinfelden habe mittlerweise 15 Anbieter von Ferienwohnungen und Privatzimmern mit insgesamt 33 Betten, so Schaffhauser. Mit 65 Prozent klar am meisten Gäste kamen aus der Schweiz, gefolgt von Gästen aus Deutschland (10 Prozent).

Weniger Zimmer in diesem Jahr

Für das laufende Jahr tempiert der Jahresbericht die Erwartungen gleich selber ab. Der Umbau der Zimmer im Hotel Schützen stelle eine Herausforderung für den Tourismus Rheinfelden dar, heisst es im Bericht. «Ab Sommer 2019 stehen im Hotel Schützen keine Hotelzimmer mehr zur Verfügung.» Da die Patienten vom «Schützen» während der Umbauzeit im Hotel Schiff am Rhein untergebracht würden, seien auch da keine Hotelzimmer für Touristen verfügbar. «Somit bleiben das Park-Hotel am Rhein, das Tabakhüsli sowie die Bed & Breakfast und Privatzimmer in und um Rheinfelden zur Auswahl.»

Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei den Führungen. Im letzten Jahr nahmen 5468 Gäste an einer Führung teil, das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gruppenführungen gingen um 5 Prozent auf 329 zurück. Der Renner war dabei die Altstadtführung; 2909 Personen buchten den Klassiker – das sind gut 53 Prozent aller Führungen. Gefragt waren auch die Themenführungen.

Wer an einer Führung teilnahm, war damit auch zufrieden. Dies zeigt die Auswertung der Rückmeldungen. 96 Prozent der Befragten gaben an, dass die Führung ihre Erwartung erfüllt oder übertroffen habe. «Dies zeigt, welche tolle Arbeit die Stadtführerinnen und Stadtführer machen, um die Gäste von Rheinfelden zu begeistern», so Schaffhauser.

Gut ist Tourismus Rheinfelden auch auf Social Media unterwegs. «Die Anzahl Abonnenten auf Facebook konnte um 41 Prozent erhöht werden, durchschnittlich hat ein Post knapp 800 Likes», sagt Schaffhauser. Noch Steigerungspotenzial hat dagegen der Instagram-Kanal; er zählte Ende 2018 590 Abonnenten, aktuell sind es 808. Unter dem Hashtag #rheinfeldenschweiz wurden von der Community bis gestern 2607 Beiträge verfasst; knapp 800 davon in den letzten sechs Monaten.

Die «App nach Rheinfelden»-App haben bislang 4093 Personen heruntergeladen; 542 davon im letzten Jahr, was etwa gleich viele sind wie im Vorjahr. «Und das, obwohl die App nicht ausserordentlich beworben wurde», sagt Schaffhauser. Den Newsletter haben rund 3000 Personen abonniert – das sind 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor. «Die durchschnittliche Öffnungsrate liegt wie in den beiden Vorjahren bei rund 36 Prozent», so Schaffhauser.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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