Der erste Faisse rückt näher und damit auch die närrische Zeit. Dann wird man sie wieder in der Altstadt an vielen Narren-Hälsen baumeln sehen: die Laufenburger Fasnachtsplakette. In der alten Zunftstube sitzt Felix Klingele, Ehrenzunftmeister der Narro-Altfischerzunft, vor einer Holzvitrine, in der die bunten Keramik-Plaketten liegen. «Dank der variierenden Formen und Farben der Sujets sind einige Plaketten schon zu echten Sammlerstücken geworden», sagt er.

Das kann so weit gehen, dass die Plakettenjäger im Sammelfieber bei ihm anrufen und nach einem bestimmten Sujet fragen. «Ich schaue dann natürlich nach, ob wir von dem gesuchten Exemplar noch welche auf Lager haben», sagt Klingele.

Je rarer und gefragter die Plaketten sind, desto teurer werden sie. «Es gibt schon Sammler, die stolze Preise auf den Tisch blättern», weiss Klingele. Dies gilt auch für die Börsen, auf denen Liebhaber die unterschiedlichen Abzeichen der vergangenen Jahrzehnte untereinander tauschen, kaufen und verkaufen.

Kosten müssen gedeckt werden

Als OK-Präsident der Städtlefasnacht ist Klingele darum bemüht, auch in diesem Jahr durch den Plaketten-Verkauf die Kosten der Städtlefasnacht zu decken: «Zwischen 2000 und 3000 werden wir vermutlich auf der Schweizer Seite an den Narren bringen», sagt Klingele. Dies ist auch nötig, denn: «Konzessionen für den Ausschank von Alkohol, Sicherheitsdienst, Dekoration und sanitäre Anlagen – da fällt schon ein grosser finanzieller Aufwand an», weiss er.

Doch bisher konnten die Kosten durch den Plakettenverkauf immer reingeholt werden. Zum Plaketten-Kauf zwingen könne man jedoch keinen, aber: «Leute, die am Umzug keine Plakette tragen, werden von uns darauf angesprochen, ob sie nicht doch eine Plakette kaufen und damit die Fasnacht unterstützen wollen.»

Dann erzählt Klingele von der ersten bekannten Fasnachtsplakette in Laufenburg und muss dabei fast ein ganzes Jahrhundert zurückblicken: «Das erste Exemplar stammt aus dem Jahr 1925», sagt er.

Rund ein Jahr zuvor – 1924 – kam es zur Wiedergründung der Narro-Altfischerzunft. Dies nahm der Maler und Bildhauer Erwin Krumm zum Anlass, um die lackierte Ton-Plakette mit dem charakteristischen Erscheinungsbild der Laufenburger Zunft – dem «Narro» – zu versehen.

Hingegen gab es im Laufe der Jahre auch einige Motive, die so rein gar nichts mit der Fasnacht am Hut hatten: «Einige Sujets erscheinen etwas traditionsfremd, weil die Fasnachtsmottos auch ab und zu von Themen geprägt wurden, welche die Menschen zu jener Zeit beschäftigten», erklärt Klingele und zeigt auf die Plakette aus dem Jahr 1960, die das Sujet eines Mondes trägt. «Um diese Zeit fanden die ersten Raumflüge statt und man träumte davon, auf dem Mond zu landen», sagt Klingele.

Aktuell werden die Plaketten vom Laufenburger Zahnarzt Peter Strittmatter entworfen. «Es gibt ein kleines Gremium, das seine Entwürfe absegnet, bevor sie in den Keramikwerkstätten der Firma Kösselbach im Bayerischen Wald produziert werden», sagt er.