Fricktal
Nicht überall darf es rascheln

Mehrmals wöchentlich befreien die Bauamt-Teams Friedhöfe und Plätze von Laub.

Susanne Hörth
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Die Füsse beim Waldspaziergang nicht anzuheben, sondern ganz bewusst durch den Blätterteppich zu ziehen, bereitet vielen Leuten spontane Freude. SH

Die Füsse beim Waldspaziergang nicht anzuheben, sondern ganz bewusst durch den Blätterteppich zu ziehen, bereitet vielen Leuten spontane Freude. SH

Susanne Hörth

Die Sonne scheint durch die Baumkronen hindurch, bringt die bunten Blätter am Waldboden zum Leuchten. Welch herrlich-unbeschwertes Gefühl, durch das raschelnde Laubmeer zu «schlurpfen». Was im Wald bei Gross und Klein spontan Freude auslöst, wird in den Dörfern auf öffentlichen Strassen und Plätzen aus Sicherheits- und Sauberkeitsgründen beseitigt.

Teilweise mit viel Aufwand. «Auf der Burgmatt ist die Laubarbeit etwas schwieriger, es muss alles von Hand gemacht werden», sagt Salvatore Giglio, Leiter des Laufenburger Bauamtes. Das Werkhofteam kann auf dem grossen, zentral gelegenen Gemeindeparkplatz nicht mit Maschinen arbeiten. Dies, weil auf dem Kiesplatz stets viele Autos abgestellt sind. Die WerkhofMitarbeiter arbeiten deshalb mit Rechen. «Mit dem Laubbläser würden wir Staub und kleine Steine aufwirbeln und dadurch möglicherweise die Autos beschädigen», so Giglio. Das Laub wird nach dem Zusammenrechen nach Abfällen – «es hat immer PET-Flaschen, Plastik und sonstigen Abfall darunter» – durchsucht und dann zum Kompostieren gebracht. Salvatore Giglio und seine Leute sind zurzeit bis dreimal die Woche im «Laubeinsatz». Dabei kommen bei grösseren Flächen oft Laubbläser und -sauger zum Einsatz. Wie der Laufenburger Bauamtschef betont auch Peter Meyer vom Bauamt Möhlin, dass dieses Jahr früh damit begonnen wurde. Die milden Temperaturen und die trockene Witterung sorgen dafür, dass sich die Blätter nach und nach von den Bäumen lösen. «Auf einen Schlag geschieht das dann, wenn im Herbst ein plötzlicher Frost auftritt.» Mehraufwand sei das «Lauben» für die Gemeinden aber nicht, so Meier. Es gehöre zu den Aufgaben des Werkhofes. Auch Giglio betont dies: «Wir müssen dafür jetzt weniger Rasen mähen», zeigt er eine jahrzeitenbedingte Verlagerung der Bauamtsarbeiten auf.

Tadellose und saubere Friedhöfe

Grosse Priorität bei der Laubbefreiung haben in den Gemeinden die Friedhöfe. «Die machen wir regelmässig, das ist wichtig», sagt Giglio, und Meier ergänzt: «Hier muss alles tadellos und sauber sein.» In Rheinfelden ist die Gärtnergruppe des Werkhofes seit rund einem Monat mit dem Aufnehmen und Abführen des Laubes aus den Pärken und den öffentlichen Anlagen beschäftigt, sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Zu Beginn der Laubsaison seien es wöchentliche Touren. «Auf dem Höhepunkt des Blätterregens stehen die Mitarbeiter zwei bis drei Tage in der Woche dafür im Einsatz.» Das Laub wird direkt zu der Kompostieranlage der Firma Leureko in Rheinfelden gebracht.

Die Reaktionen aus der Bevölkerung sind unterschiedlich. Während es die einen begrüssen, dass die Wege und Plätze wieder frei von Laub sind, finden es andere schade, dass der goldbraunfarbene Laubteppich allzu schnell wieder verschwindet, weiss Erdin. Für Giglio ist es wichtig, Rücksicht zu nehmen. So wie im Sommer im Schwimmbad nicht Rasen gemäht werden soll, wenn die Leute schon auf ihren Badetüchern liegen, so schätzen es viele nicht, wenn beispielsweise in der Badstube beim Spielplatz das Bauamtsteam gerade dann zur Laubarbeit auftaucht, wenn Spiel- und Verweilzeit am Rhein angesagt ist.

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