Es kommt Zug in den Kampf für den Erhalt des Spitals Laufenburg: Ein 14-köpfiges, überparteiliches Komitee mit Vertretern aus SP, CVP, FDP und SVP hat am Wochenende auf «openpetition.eu» die Petition «Gesundheitsversorgung sichern Spital Laufenburg erhalten!» lanciert. Und sie hat grosse Ziele: Bis in 26 Tagen, wenn die Petitionsfrist abläuft, will das Komitee 2000 Unterschriften sammeln und dem Gesundheitszentrum Fricktal übergeben. Bis gestern Abend haben die Petition 101 Personen unterschrieben.

Generationenwechsel bei Ärzten

Das Komitee weist auf die «schwierige Zukunft» hin, vor der die Gesundheitsversorgung im oberen Fricktal stehe. Konkret: «Aufgrund der demografischen Situation der praktizierenden Hausärztinnen und Hausärzte ist ein baldiger Generationenwechsel unausweichlich», heisst es im Petitionstext.

Dieser Generationenwechsel ist aber nicht einfach, wie die AZ vor gut zwei Wochen aufgezeigt hat. Selbst in Zentrumsgemeinden wie Frick haben Hausärzte Mühe, einen Nachfolger für die Praxis zu finden. Und diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch akzentuieren, denn ein beachtlicher Teil der rund 20 Hausärzte, die aktuell im oberen Fricktal praktizieren, geht gegen 60 oder ist bereits älter.

«Mancherorts haben Patientinnen und Patienten bereits heute grosse Mühe, überhaupt in die Adresskartei von Hausärztinnen und Hausärzten aufgenommen zu werden», wissen die Petitionäre. Vor diesem «angespannten Hintergrund» denke die Geschäftsleitung des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) «laut darüber nach, die Notfallaufnahme im Spital Laufenburg zu redimensionieren oder gar gänzlich zu schliessen».

Bei Patienten beliebt

Dies ist für die Petitionäre ein No-Go. Denn: Heute hätten die Hausärzte die Möglichkeit, Ihre Notfallpatienten abends und am Wochenende ins Spital zu überweisen. «Mit dem Wegfall dieser Option verliert der ohnehin ländliche Bezirk Laufenburg weiter an Attraktivität als Standort für eine Hausarztpraxis.» Es drohe eine «empfindliche Reduktion der Anzahl Praxen» und die «flächendeckende, medizinische Versorgung steht auf dem Spiel».

Das Spital Laufenburg hält das Komitee, dem auch mehrere Grossräte, Gemeindeammänner und Stadträte von Laufenburg angehören, aber nicht nur wegen seiner Notfallaufnahme für «einen wichtigen Bestandteil des regionalen Versorgungsnetzes». Auch in der Bevölkerung sei das Spital gut verankert. «Kranke Menschen und Pflegebedürftige schätzen die kurze Distanz und die familiäre Umgebung im Spital Laufenburg.»

Die Forderung der Petitionäre an die Leitung des GZF ist klar: Sie soll «im Sinne einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung» von einer Schliessung oder Redimensionierung der Notfallaufnahme absehen und «im Gegenzug ökonomisch sinnvolle Alternativen für den Erhalt des Spitals prüfen».

Bei der Vorstellung der beiden Varianten, die vertieft geprüft werden sollen, machte die GZF-Leitung vor gut einem Monat auch klar: Sie will vorwärtsmachen. Bereits Ende Juni sollen die Entscheidungsgrundlagen vorliegen.

Zeitdruck wegnehmen

Es ist, angesichts der Verunsicherung bei Patienten und Mitarbeitern, nachvollziehbar, dass das GZF den Entscheid möglichst bald fällen will. Denn gute Fachkräfte zu finden, ist für ein Regionalspital nicht leicht. In einer Phase der Unsicherheit fällt die Rekrutierung von neuem Personal noch schwerer. Dennoch mahnen die Petitionäre angesichts der Tragweite des Entscheides eine gewisse Entschleunigung an: «Der zeitliche Druck darf nicht massgebend sein.»