Frick

Open-Air-Kino startet mit Schutzmassnahmen – und erfährt «unglaubliche Solidaritätswelle»

Philipp Weiss und Martina Welti starten heute ihr Open-Air-Kino – und sind überwältigt von der Solidarität der Fricktaler.

Philipp Weiss und Martina Welti starten heute ihr Open-Air-Kino – und sind überwältigt von der Solidarität der Fricktaler.

«Film ab!» heisst es ab heute Mittwoch wieder auf dem Parkplatz von Fricks Monti: Mit «Rocketman» starten Philipp Weiss und Martina Welt um 21 Uhr ihr vierwöchiges Open-Air-Kino.

Die 29. Ausgabe des Freiluft-Film-Spasses bietet zugleich eine Premiere: Erstmals findet das Open-Air-Kino nicht im Juli, sondern erst Mitte August statt. Schuld daran ist Corona. «Mitte Mai mussten wir entscheiden, ob wir das Open-Air-Kino nach hinten schieben oder ganz absagen», sagt Philipp Weiss. Die Monti-Betreiber entschieden sich fürs Verschieben um sechs Wochen.

«Im Nachhinein ein guter Entscheid», sagt Weiss. Denn heute sei vieles klarer, sei doch auch einiges wieder möglich und die Leute hätten ihren Umgang mit dem Coronavirus gefunden. «Es ist eine neue andere Wirklichkeit», sagt Weiss. «Diese stellt auch Fricks Monti vor grosse Herausforderungen, die das Team aber annimmt.»

Eine grosse Herausforderung stellt Corona für die ganze Kinobranche dar. Schweizweit sind die Kinobesuche eingebrochen, die Säle sind bei vielen Vorführungen nahezu menschenleer. Das ist auch in Frick nicht anders. Drei Faktoren macht Weiss für die Baisse verantwortlich: Corona, das Wetter und kaum neue Filme. «Die Filmstarts der grossen Produktionen wurden allesamt verschoben», sagt Weiss und nennt als Beispiel den neuen Bond-Film.

Während das Restaurant von Fricks Monti beinahe wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hat, sei das Kinojahr «zum Vergessen», so Weiss. Aufbessern soll die Kinobilanz nun das Open-Air-Kino. Es werde besuchermässig kaum ein Top-Jahr, prognostiziert Weiss, aber er hofft, mit einem breiten Filmangebot von Musik-, Action-, Familien-, Arthousefilmen und Komödien möglichst viele Geschmäcker zu treffen.

Ticketverkauf ist gut angelaufen

Zuversichtlich stimmt den Kinobetreiber der Vorverkauf. Bereits mehr als 250 Tickets hat er abgesetzt. «Das ist ein solider Wert», sagt Weiss, der in den letzten Wochen ohnehin «eine unglaubliche Solidaritätswelle» festgestellt hat. «So viele Gutscheine wie während des zweimonatigen Lockdowns haben wir noch nie verkauft.» Es sei schön und tue gut, zu spüren, dass die Menschen Fricks Monti verbunden seien. Weiss, angefressener Rennradfahrer, lacht. «Ich hatte ursprünglich die Idee, alle Gutscheine mit dem Velo auszuliefern», sagt er. Das seien dann aber doch zu viele gewesen – und zu weit verstreut. Bis nach Zürich und Basel wurden Gutscheine bestellt.

Corona ist derweil auch im Open-Air-Kino, das für bis zu 300 Besucher Platz bietet, ein Thema. Bei weniger als 100 Filmfreunden achtet Weiss darauf, dass die Besucher mindestens einen Stuhl im Halbrund freilassen. Kommen mehr, hat er drei Sektoren vorbereitet. «Mit einer App kann sich jeder in seinen Sektor einbuchen», erklärt Weiss. Für den Fall der Coronafälle ist so rückverfolgbar, wer im betroffenen Sektor sass. Wer die App nicht nutzen will, kann sich auch auf einer Sektorenliste eintragen.

Persönlich freut sich Weiss vor allem auf zwei Filme: «Tenet», ein Sci-Fi-Action-Spektakel mit John David Washington, Robert Pattinson und Elizabeth Debicki in den Hauptrollen. Weiss zeigt den Actionfilm am 4. September als vorletzten Film des Open-Air-Kinos. Ursprünglich wollte er ihn mehrfach und früher zeigen. Er kann froh sein, umentschieden zu haben, denn der Filmstart wurde mehrfach nach hinten verschoben. «Tenet» startet in der Schweiz nun definitiv am 26. August.

Erfrischend findet Weiss auch «The Bra». Der Film erzählt die Geschichte eines Lokführers, an dessen Gefährt sich ein blauer BH verheddert und der dann nach der Liebe seines Lebens sucht. In diesem Sinne: Film ab!

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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