Möhlin

Personalmangel in der Kirche - Angebot muss reduziert werden

In der Kirche St.Leodegar in Möhlin fand im Januar 2018 die Errichtungsfeier des Pastoralraums Möhlinbach mit Bischof Felix Gmür statt.

In der Kirche St.Leodegar in Möhlin fand im Januar 2018 die Errichtungsfeier des Pastoralraums Möhlinbach mit Bischof Felix Gmür statt.

Dem Pastoralraum Möhlinbach macht derzeit ein personeller Aderlass zu schaffen – Stellenmarkt für Aushilfen ist ausgetrocknet. Der Gottesdienstangebot wird reduziert.

Ende Mai gab Urs Zimmermann, er trat im Oktober 2018 die Nachfolge von Priester Alexander Pasalidi an, seinen Rücktritt als leitender Priester bekannt.

Darüber hinaus fällt seit Mitte März Theologin Bettina Bischof, die seelsorgerische Tätigkeiten wahrnimmt, krankheitsbedingt aus.

Gab es in den dem Pastoralraum Möhlinbach angeschlossenen römisch-katholischen Kirchgemeinden Möhlin, Wegenstetten-Hellikon, Zeiningen und Zuzgen im Jahr 2013 noch vier Seelsorgende, ist es derzeit mit Pastoralraumleiter Daniel Reidy nur noch einer.

Aufgrund dessen haben der Vorstand des Pastoralraums, die Kirchenpflege und Reidy bekannt gegeben, ab dem 12. August ein reduziertes Gottesdienstangebot zu fahren. «Es ist uns bewusst, dass dies nicht bei allen Kirchengängern ein beliebter Entscheid ist», sagt Matthias Burkhardt, Präsident der Kirchenpflege.

«Wir würden, wenn das möglich ist, lieber drauf verzichten.» Wenn Seelsorgende ausfielen, leide natürlich auch die individuelle seelsorgerische Betreuung darunter, so Burkhardt. Auch Religionsstunden mussten von anderen Katechetinnen übernommen werden. Generell steige durch die Ausfälle auch die Mehrbelastung der verbleibenden Seelsorger.

Das Foto zeigt Urs Zimmermann 2013, als er als Pfarrer der römisch-katholischen Kirchgemeinde Bad Zurzach tätig war. Archiv

Das Foto zeigt Urs Zimmermann 2013, als er als Pfarrer der römisch-katholischen Kirchgemeinde Bad Zurzach tätig war. Archiv

Wie es im Pfarrblatt «Horizonte» vonseiten des Pastoralraumvorstandes heisst, ist der Stellenmarkt für verfügbare Aushilfen «völlig ausgetrocknet». Dazu sagt Burkhardt: «Im Bistum Basel ist es zurzeit schwierig, Priester zu finden.» In den kommenden fünf Jahren würden etwa 150 Personen in den römisch-katholischen Kirchen im Kanton Aargau pensioniert, etwa die Hälfte davon seien Priester, so Burkhardt.

Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel, sagt dazu, dass es schwierig sei, vakante Stellen in den Kirchgemeinden und Pastoralräumen innert kurzer Zeit zu besetzten. «Pro Jahr bekommen wir zwischen 10 und 20 neue Mitarbeiter hinzu. Davon sind aber nur wenige Pfarrer.»

«Laien-Theologen gewinnen an Bedeutung»

Burkhardt betont, dass der Priestermangel kein Problem der Pastoralräume sei – im Gegenteil: «Die Pastoralräume wurden ja gerade auch deswegen ins Leben gerufen, um dem Priestermangel entgegenzuwirken.

Die Realität sehe nun aber leider so aus, dass sich der Priestermangel schneller entwickle, als erwartet, sagt Burkhardt. «Die Arbeit der Laien-Theologen wird sicher deswegen noch weiter an Bedeutung zunehmen.»

Obwohl Urs Zimmermann sein Amt als leitender Priester niedergelegt hat, wird er bis Ende Jahr noch an drei Wochenenden pro Monat für Gottesdienste und Beerdigungen zur Verfügung stehen. «Das gibt uns Zeit, einen geeigneten Kandidaten zu finden», sagt Burkhardt. Man sei auch schon mit Kandidaten im Gespräch. Dabei ginge es darum, Erwartungen zu klären und sich darüber auszutauschen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte.

Bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist, engagiert der Pastoralraum auch Aushilfs-Priester, die Eucharistiefeiern halten, sofern Zimmermann und Reidy nicht zur Verfügung stehen. «Zudem leiten auch engagierte Laien und unsere Katechetinnen Gottesdienste und Andachten», sagt Burkhardt, der nachschiebt, dass die Resonanz positiv sei.

Autor

Dennis Kalt

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