Stein

Petitionäre wehren sich gegen Bauprojekt: Geplante Umgestaltung einer Kreuzung wirft hohe Wellen

Die Einmündung der Gartenstrasse soll schmaler werden.

Die Einmündung der Gartenstrasse soll schmaler werden.

Gegen das Baugesuch gingen mehrere Einwendungen ein, zudem fordern 40 Personen auf die Umgestaltung der Einmündung zu verzichten.

Orangene Markierungen auf der Strasse und Bauprofile auf dem Gelände zeigen, wie es an der Ecke Schaffhauserstrasse/Gartenstrasse in Stein dereinst aussehen könnte. Auf der gut 1400 Quadratmeter grossen Parzelle 78 möchte das Baukonsortium «Ebheuw» – altdeutsch für «Efeu» – eine Überbauung mit Wohn- und Gewerbeflächen sowie einer Autoeinstellhalle erstellen. Im Zuge des Neubaus soll ausserdem der Strassenraum im Bereich der Einmündung verkleinert werden. Teile der heutigen Strassenfläche würden von der Gemeinde an das Baukonsortium verkauft und teilweise überbaut.

Das Vorhaben ist keineswegs neu. Ein ähnliches Baugesuch lag nämlich bereits vor einigen Jahren auf, wurde nach einer Beschwerde gegen die Baubewilligung aber vom Regierungsrat an den Gemeinderat zurückgewiesen. Im Frühjahr nun lag erneut ein Baugesuch auf. Und wieder gibt es Widerstand: Laut Gemeindeschreiber Sascha Roth gingen mehrere Einwendungen ein. Ausserdem fordern über 80 Personen in einer Petition den Verzicht auf die Umgestaltung der Einmündung.

«In 40 Jahren gab es hier keinen Unfall»

Initiiert hat die Petition Walter Birri. Er betreibt auf der anderen Strassenseite der geplanten Überbauung ein Restaurant mit Gartenwirtschaft. Gegen das Baugesuch hat er bereits eine Einwendung eingereicht. «Mit der Petition möchte ich den Gemeinderat nun zusätzlich aufrütteln und zeigen, dass es sich nicht um das Anliegen von Einzelpersonen handelt, sondern viele Menschen dahinter stehen», sagt er.

Birri führt drei Hauptgründe für die Einwendung und die Petition an. Erstens würden beim Projekt die vorgeschriebenen Grenzabstände nicht eingehalten. Zweitens steige durch die Verschmälerung der Strasse die Unfallgefahr – «auch, weil die Überbauung die Sicht einschränkt», sagt Birri. Die heutige Strassenführung habe sich dagegen bewährt: «In den über 40 Jahren, seit die Strasse so ist, gab es noch nie einen Unfall.» Und drittens fürchtet Birri Fremdparkierer auf dem Parkplatz seines Restaurants.

Die Gemeinde nimmt «das Anliegen zur Kenntnis», wie Sascha Roth sagt. Zum laufenden Baubewilligungsverfahren gibt er keine Auskunft. «Der Gemeinderat wird im Rahmen des Verfahrens, nach Massgabe seiner Zuständigkeit und gestützt auf die anwendbaren gesetzlichen Grundlagen, über das Baugesuch entscheiden und den Entscheid publizieren.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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