20 Millionen Franken – diesen Betrag will die Gemeinde Möhlin investieren, um dem Platzmangel in der Primarschule Fuchsrain entgegenzuwirken. Hierfür sind zwei Schritte geplant: Erstens soll auf dem Schulareal Steinli ein Erweiterungsbau errichtet werden. Zweitens sollen die Schüler, die bisher im Bezirksschulhaus am Fuchsrain unterrichtet werden, im Sommer 2021 in den Erweiterungsbau Steinli zügeln. Dies ermöglicht dann die Sanierung des ehemaligen Bezirksschulhauses am Fuchsrain sowie des dortigen Primarschulhauses. Nach der Sanierung stünden der Primarschule Fuchsrain beide Gebäude für den Unterricht zur Verfügung.

Damit der Gemeinderat die Schulraumplanung umsetzten kann, braucht er von der Gemeindeversammlung am 27. Juni grünes Licht. 13 Millionen Franken beträgt der Verpflichtungskredit für den Erweiterungsbau Steinli, 600 000 Franken der Projektierungskredit für die Sanierung der Schulhäuser am Fuchsrain. Der Gemeinderat rechnet mit Sanierungskosten von rund sieben Millionen Franken.

Ausschlaggebend für das Abstimmungsergebnis an der Gemeindeversammlung werden auch die Voten der Ortsparteien sein. So sagt Stephan Koller von der FDP-Ortspartei, dass man sich vor dem Hintergrund der derzeitigen Schulden-Situation der Gemeinde schon fragen müsse, ob ein Erweiterungsbau für 13 Millionen Franken in die Kategorie «need to have» oder doch nicht eher in den Bereich «nice to have» falle. Die FDP-Ortspartei wird etwa 14 Tage vor der Gemeindeversammlung sich beraten, wie sie votieren wird.

Kostenanstieg befürchtet

Zudem befürchtet Koller, dass es nicht bei den sieben Millionen Franken für die Sanierung bleiben werde. «Die Gebäude sind sehr alt. Da kann noch viel zum Vorschein kommen», sagt er. Für Koller wäre es sinnvoll gewesen, zunächst bei der Sanierung abzuklären, inwiefern am Fuchsrain die Möglichkeit einer Raumoptimierung bestanden hätte. «Allenfalls hätte man dann auf den Erweiterungsbau sogar verzichten können», sagt er.

Etwas anders sieht das SVP-Ortsparteipräsidentin Désirée Stutz. Sie bezeichnet das Projekt als eine «zukunftsorientierte und nachhaltige Lösung», die «keinen Anbau von Provisorien für einen langen Zeitraum mehr nötig machen wird». Stutz sagt, dass die Gemeinde mit ihren Mitteln in den letzten Jahren immer haushälterisch umgegangen und das 20-Millionen-Projekt eine Investition in die Bildung und damit in die Zukunft sei. «Vor diesem Hintergrund halte ich die Ausgaben für verhältnismässig», so Stutz.

Andreas Fischer, Grünen-Ortsparteipräsident, sieht es ähnlich. So habe es in der Vergangenheit oftmals Provisorien gegeben, um der Platzproblematik zu entgegnen. «Jetzt ist es Zeit, Geld in die Hand zu nehmen», sagt er. Zudem sieht Fischer viele Vorteile darin, wenn die Oberstufenschüler gemeinsam an einem Standort unterrichtet werden. «Es kommt zu keinen Trennungen von Freundschaften mehr, nur weil die Schüler unterschiedliche Leistungszüge besuchen», sagt er. Zudem könnten Wahlfachangebote von allen Leistungszügen an einem Standort durchgeführt und genutzt werden.

Die Vorteile eins gemeinsamen Oberstufenzentrums am Standort Steinli, sieht auch Werner Erni, Präsident der SP-Ortspartei. «Der Zusammenschluss ermöglicht es, die Bildungsinfrastruktur – Mittagstisch, Turnhalle oder Fachräume – besser auszunutzen», sagt er und schiebt nach, dass sich an einem zentralen Oberstufenzentrum auch die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Leistungszügen erhöhe. In Sachen verkehrstechnischer Erschliessung sieht Fischer jedoch noch Handlungsbedarf. «Es braucht einen Veloweg aus Richtung Dorf zum Oberstufenzentrum. Ebenfalls muss die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr verbessert werden.»

CVP-Präsident Peter Aston konnte gestern für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.