«Schöni zite gsi» und Emoticons, die Tränen verdrücken – auf Facebook bleibt die Schliessung der «Hirschen»-Bar an der Landstrasse in Gipf-Oberfrick nicht unkommentiert. Ende Januar, an einer Abschlussparty, floss das letzte Bier aus dem Zapfhahn. Kurz darauf eröffnete das Gerichtspräsidium Laufenburg gegen die Pächterin der «Hischen»-Bar das Konkursverfahren.

Die Pächterin, die vor etwa dreieinhalb Jahren den Betrieb der Bar übernommen hatte, war gestern für eine Stellungnahme weder telefonisch noch über die sozialen Medien erreichbar.

«Die Bar hatte es schwer»

«Rebstock»-Wirt Samet Rustemi führte über 18 Jahre, bis September 2017, das Restaurant Hirschen mit der dazugehörigen Bar. In seinem letzten Jahr als «Hirschen»-Wirt verpachtete er die Bar weiter. «Ich finde es schade, dass sich der Betrieb der Bar nicht mehr rentiert hat», sagt Rustemi. So habe er damals viel Herzblut und auch den einen oder anderen Franken in die Ausstattung der Bar gesteckt. «Die Pächterin hat mir das Inventar nach meinem Abgang jedoch nach und nach abbezahlt», sagt Rustemi.

Als Rustemi im «Hirschen» damals noch den Gästen Pizzen und andere italienische Spezialitäten kredenzte, sei die Bar gut frequentiert gewesen. «Wir haben gut zusammengearbeitet. Es ging Hand in Hand», erzählt Rustemi. Gerade am Wochenende, wenn das Restaurant voll gewesen sei, habe er den Gästen angeboten, bei einem Aperitif in der Bar kurz zu warten, bis im Restaurant ein Tisch frei werde.

Am Freitag oder Samstag wollten einige der Restaurant-Gäste nach dem Essen in geselliger Runde auch noch bis nach Mitternacht das eine oder andere Getränk zu sich nehmen, erzählt Rustemi. Dank der Bar habe er den Wünschen seiner «durstigen Gäste» immer nachkommen können und musste keinen vorzeitig nach Hause schicken. «Die Schliessung des Restaurants war deswegen sicherlich auch ein Stück weit dafür verantwortlich, dass es die Bar schwer hatte», sagt Samet Rustemi.

Ein beliebter Treffpunkt

Früher, sagt Rustemi, sei die Bar ein beliebter Treffpunkt im Dorf gewesen, an dem man sein Feierabend-Bier geniessen oder mit Freunden einen geselligen Abend verbringen konnte. «Es hat auch viele Veranstaltungen über Fasnacht und an Halloween oder Public Viewings während der Fussball-EM oder -WM gegeben», erinnert sich Rustemi.