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Souverän genehmigt den Verkauf des alten Zollhauses – jetzt wird ein Gastrobetrieb daraus

Beim Urnengang am Abstimmungssonntag billigt eine grosse Mehrheit der Stimmberechtigten den Plan des Gemeinderates, das Steiner Zollhaus für eine halbe Million Franken an Edgar Steinacher aus Gansingen zu verkaufen. Der hat grosse Pläne damit.

Hans Christof Wagner
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Die Zukunft des alten Zollhauses in Stein ist jetzt entschieden.

Die Zukunft des alten Zollhauses in Stein ist jetzt entschieden.

Bild: Fabrice Müller / Archiv

Der Verkauf des Steiner Zollhauses an Edgar Steinacher aus Gansingen ist perfekt. Mit einer deutlichen Mehrheit segneten die Steiner bei der Referendumsabstimmung am Sonntag den Plan des Gemeinderates ab. Auf 729 gültigen Stimmzetteln war 473-mal Ja und 256-mal Nein angekreuzt. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,8 Prozent.

Damit können Steinacher und dessen Geschäftspartnerin Franziska Zurfluh aus Mumpf jetzt ihre Pläne für eine Sanierung des Zollhauses angehen. Geplant ist, darin einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Der Kaufpreis beträgt 500'000 Franken.

Steinacher äussert sich auf AZ-Nachfrage «happy» über den Ausgang des Referendums und darüber, wie deutlich die Steiner Ja zu dem Verkauf gesagt haben. Er sagt:

«Dass die Zahl der Ja-Stimmen die der Nein-Stimmen um mehr als 200 übersteigt, ist schon auffällig.»

Gleichwohl räumt der Gansinger ein, «keine Ahnung» gehabt zu haben, wie der Urnengang ausgehen möge. Auch wegen der coronabedingten Einschränkunge sei es nicht möglich gewesen, auszuloten, wie die Stimmung im Dorf ist. Jetzt wollen Steinacher und Zurfluh in die Zukunft schauen: «Wir freuen uns sehr, dass wir das Projekt angehen können», sagt der Käufer des Zollhauses. Nun werden dessen Fachleute die Immobilie genauer unter die Lupe nehmen und die Höhe der Sanierungskosten beziffern. Parallel wird das Baugesuch vorbereitet.

Das Nein-Lager von den Vorteilen überzeugen

473 Steiner wollten den Verkauf, 256 lehnten diesen ab. Darüber, was deren Ablehnung motiviert hat, will Steinacher nicht spekulieren. Was er will, ist das Nein-Lager auf seine Seite ziehen, es davon überzeugen, dass sein Projekt «eine gute Sache für alle Steiner» ist. Der Investor verspricht, aus dem Objekt «etwas Schönes zu machen, das allen gerecht wird».

Die Vergangenheit der Immobilie, auch die als Grenzbesetzung im Zweiten Weltkrieg, solle optisch sichtbar bleiben. Noch offen sei, wie viele Wohnungen in die Obergeschosse kommen und wie das Gelände bebaut wird, das zwischen dem Zollhaus und dem angrenzenden Lindt-Haus liegt. Dort wollte die Gemeinde in einem früheren Projekt von 2016/17 einen Anbau zum Zollhaus errichten. Doch dieser Plan scheiterte.

Ein langes Hin und Her geht zu Ende

«Vieles ist schon abgelehnt worden. Es war ein langes Hin und Her», fasst Steins Gemeindeammann Beat Käser die Vorgeschichte der Zollhaus-Nutzung zusammen: «Aber jetzt hat der Souverän zwei Mal deutlich Ja gesagt», sagt Käser – nicht nur aktuell an der Urne, sondern auch schon bei der Gemeindeversammlung im Dezember. Käser meint zum Ausgang des Referendums:

«Ich habe das Gefühl, dass die Steiner das Kapitel Zollhaus jetzt endlich abschliessen wollten.»

Das denkt auch Marcel Mösch von der IG Zollhüsli, welche das Referendum angestrengt hatte. Mösch sagt: «Ich akzeptiere das deutliche Votum. Aber Edgar Steinacher ist jetzt in der Pflicht, den Gastrobetrieb so zu gestalten, dass die Anwohner nicht darunter leiden.»

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