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Kaum Auswirkungen der Coronakrise: Die Sozialhilfequote im Fricktal sinkt

Die Zahl der Fälle ist trotz wirtschaftlich eher schlechter Zeiten in den Zeiten der Pandemie leicht zurückgegangen. Im unteren Fricktal liegt die Stadt Rheinfelden mit einer Quote von 3,3 Prozent über dem kantonalen Schnitt – der Bezirk Laufenburg hat die zweittiefste Quote. Doch die Zahlen sind mancherorts auch gestiegen.

Thomas Wehrli
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Die Sozialhilfequote ist im letzten Jahr im Fricktal leicht gesunken.

Die Sozialhilfequote ist im letzten Jahr im Fricktal leicht gesunken.

Urs Bucher

Es ist ein kleiner Lichtblick in der von der Coronakrise geprägten Zeit: Die Sozialhilfequote ist im letzten Jahr im Fricktal leicht gesunken. Im Bezirk Laufenburg ging sie um 0,2 auf 1,5 Prozent zurück, im Bezirk Rheinfelden um 0,1 auf 2,1 Prozent. Das obere Fricktal liegt damit um 0,5 Prozent unter, das untere Fricktal um 0,1 Prozent über dem kantonalen Schnitt.

Die Coronakrise hat sich damit bislang kaum auf die Zahl der Sozialfälle ausgewirkt. Dies hat zwei Gründe: Erstens greifen die vorgelagerten Systeme zur wirtschaftlichen Unterstützung. Zweitens können jene Arbeitnehmenden, die im letzten oder diesem Jahr ihren Job aufgrund der Coronakrise verloren haben, derzeit Arbeitslosengelder beziehen und sind frühestens 2022 auf Sozialhilfe angewiesen.

In zehn der 32 Gemeinden stieg die Quote

Zudem: Nicht in allen Gemeinden ist im letzten Jahr die Sozialhilfequote gesunken. In 10 der 32 Kommunen stieg sie im letzten Jahr an, in 17 sank sie. Für 5 Gemeinden weist der Kanton die Quote aus Datenschutzgründen nicht aus, da die Zahl der Dossiers unter fünf liegt.

Wie schon im vorletzten Jahr hatte auch im letzten Jahr die Stadt Rheinfelden die klar höchste Quote im Fricktal. Sie sank zwar im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent, liegt aber mit 3,3 Prozent doch klar über den Werten anderer Gemeinden. Die zweithöchste Quote hatte Hornussen mit 2,8 Prozent, gefolgt von Laufenburg und Oberhof mit je 2,7 Prozent.

Quote in urbanen Räumen höher als in ländlichen

Dass Rheinfelden den Spitzenplatz innehat, erstaunt nicht, denn in urbanen Räumen ist die Quote höher als in ländlichen. Dass aber kleine Gemeinden wie Oberhof an der Spitze auftauchen, mag dabei auf den ersten Blick irritieren. Es erklärt sich aber damit, dass bei wenigen Einwohnerinnen und Einwohnern schon wenige Personen, die Sozialhilfe beziehen, reichen, um die Quote nach oben zu drücken.

Insgesamt bezogen 1493 Personen Sozialhilfe

Insgesamt bezogen im letzten Jahr 1493 Personen Sozialhilfe; 499 Personen im Bezirk Laufenburg und 994 Personen im Bezirk Rheinfelden. Das sind 129 Personen weniger als 2019. Die Zahl der Dossiers sank im Jahresvergleich von 1036 auf 962. Am meisten waren es in den beiden grösste Fricktaler Gemeinden: In Rheinfelden waren 446 Personen auf Sozialhilfe angewiesen, in Möhlin 260.

Vergleicht man die Sozialhilfequote mit den Vorjahren, so sind die Schwankungen nicht allzu gross. Gegenüber 2013 beispielsweise stieg die Sozialhilfequote im Bezirk Rheinfelden um 0,4 Prozent, im Bezirk Laufenburg dagegen war sie 2013 genau gleich hoch wie 2020. Die Entwicklung bei den einzelnen Gemeinden bewegt sich dabei von einem Rückgang der Sozialhilfequote um bis zu 0,7 Prozent bis zu einer Zunahme um ebenfalls bis zu 0,7 Prozent

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