Rheinfelden

Reha Rheinfelden: «Die Corona-Massnahmen waren einschneidend»

Die Reha-Leiter Matthias Mühlheim (l.) und Thierry Ettlin.

Die Reha-Leiter Matthias Mühlheim (l.) und Thierry Ettlin.

Intensivbehandlungen aber keine «In-House»-­Ansteckung. Die Reha Rheinfelden informierte über den erfreulichen Geschäftsgang 2019 – und über den Umgang mit dem Coronavirus.

Es sind ausser­gewöhnliche Zeiten, auch für die Rehaklinik Rheinfelden. So überrascht es nicht, dass die Medienkonferenz zum Geschäftsbericht 2019 auch zur Information zum Umgang mit dem Coronavirus wurde. In der Reha Rheinfelden wurde eine Rekonvaleszenz-Abteilung mit 22 Betten und Isolierzimmern eingerichtet. «Bisher haben wir 42 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus behandelt», sagt Matthias Mühlheim, administrativer Direktor der Klinik.

Elf von ihnen waren postakute Covid-19-Erkrankte mit schweren Verläufen aus den Intensiv­stationen der Akutspitäler. Bei den anderen handelte es sich um Verdachtsfälle oder Kontaktpatienten, bei denen eine Isolation angeordnet wurde. «Bis auf einzelne Komplikationen durften wir gute Verläufe verzeichnen», sagt Thierry ­Ettlin, Chefarzt und medizinischer Direktor der Reha. Und: Es habe bis heute keine «In-House»-­Ansteckung gegeben.

Auch auf die anderen Abteilungen der Klinik hatte die Pandemie Auswirkungen. Viele Bereiche wurden im Lockdown ­heruntergefahren oder ganz eingestellt. Ambulant etwa wurden nur noch «absolute Notfälle» behandelt, wie Ettlin sagt. Zwischen 170 und 175 Reha­patienten hätten sich aber jeweils stationär in Behandlung befunden. Für sie galt ein striktes Besuchs- und Ausgangs­verbot, das nur in Ausnahme­fällen, etwa in der Palliativpflege, gelockert wurde. «Das war für die Patienten einschneidend», sagt Ettlin. «Die allermeisten Betroffenen haben aber mit viel Verständnis reagiert.»

Umsatzeinbussen und Mehrkosten wegen Corona

Nun macht auch die Rehakli­- nik erste Schritte in Richtung Normalität. Das Besuchsverbot etwa konnte in ein «kontrolliertes Besuchsrecht» gewandelt werden. Nach wie vor aber gilt: «Je weniger Risiken von aussen in die Klinik getragen werden desto besser», so Ettlin. Entsprechend umfassend sind die Vorsichts- und Hygienemassnahmen nach wie vor.

Auch wirtschaftliche Konsequenzen wird die Pandemie haben. Die Klinikleitung rechnet derzeit mit einem Umsatzverlust von rund zwei Millionen Franken sowie mit Zusatzkosten von 250'000 Franken. Genau beziffern lasse sich das aber noch nicht, so Mühlheim.

Der Geschäftsbericht von 2019 ist derweil noch corona­-frei und «sehr erfreulich», wie Mühlheim sagt. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus und die Inbetriebnahme der Abteilung für Geriatrischen Rehabilitation habe der Klinik zusätzlichen Aufschwung verliehen.

Die Pflegetage konnten dank der 20 zusätzlichen Betten um rund zehn Prozent auf über 70'000 gesteigert werden. Rund 6500 Patienten wurden ambulant und über 2300 Patienten stationär behandelt. Die Bettenauslastung lag so bei knapp 97 Prozent. Es resultierte ein Betriebsertrag von 62,5 Millionen Franken und ein Jahresergebnis von 1,6 Millionen Franken.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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