Cheisacher
Reise zu den Sternen - mit dem Cheisacher-Teleskop

Jupiter mit seinen roten Ringen und dem grossen roten Fleck war deutlich zu sehen - durch die Optik des grossen Teleskops in der Fricktaler Sternwarte Cheisacher in Sulz. Rund 50 Personen nahmen am offiziellen Herbstbeobachtungsabend teil.

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André Peisker Georg Oeschger und Josef Schibli in der Sternwarte Cheisacher
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Helen Wider von der Vereinigung Sternwarte Cheisacher bei der Erklaerung des Planetariums in der Sternwarte Foto Walter Christen
André Peisker Georg Oeschger und Josef Schibli in der Sternwarte Cheisacher am grossen Teleskop Foto Walter Christen

André Peisker Georg Oeschger und Josef Schibli in der Sternwarte Cheisacher

AZ

Alles begann im Juni 1962, als sich ein aus Sternfreunden zusammengesetztes Initiativkomitee zum Ziel setzte, ein geeignetes Gelände zur Errichtung einer Sternwarte zu suchen. Der Standort sollte möglichst über der durchschnittlichen Dunstgrenze liegen, wenig von Störlichtern umliegender Dörfer und Städte beeinflusst sein sowie gut und rasch erreichbar sein. Nach einigen Jurawanderungen wurde im Frühling 1964 mit der Gemeinde Sulz zur Erwerbung eines Stücks Land auf dem Grundboden des Gebietes Cheisacher Kontakt aufgenommen.

Nachdem die Ortsbürgergemeinde ihre Zustimmung gegeben hatte, konnte am 13. November 1965 ein Kaufvertrag abgeschlossen werden. Das erworbene Land umfasste 2770 Quadratmeter, kostete Fr. 2.50 pro Quadratmeter und es unterlag bis anhin speziellen Auflagen von Natur- und Landschaftsschutz. Die Sternwarte wurde in Fronarbeit von Mitgliedern verschiedenster Berufsgattungen errichtet. Nach einer Bauzeit von einigen Monaten konnten gegen Ende 1966 die ersten Beobachtungen mit einem Fernrohr des Typs Cassegrain gemacht werden, das mit einen Durchmesser des Hauptspiegels von 50 Zentimetern seinerzeit das grösste, private Instrument der Schweiz war.

Beachtliche Steigerung der Lichtempfindlichkeit

Die Sternwarte Cheisacher ermöglichte den Mitgliedern der Vereinigung Sternwarte Cheisacher astronomische Beobachtungsarbeiten. Unter anderem dient sie dem Zweck, die Schönheit und Erhabenheit des gestirnten Himmels, seine Geheimnisse und die Unermesslichkeit des Alls den Anwohnern der umliegender Gemeinden nahe zu bringen. Auch Pionierarbeit wurde auf Cheisacher geleistet, indem die Fotografie mittels Tiefkühlung entwickelt wurde und dadurch eine beachtliche Steigerung der Filmempfindlichkeit erreicht werden konnte.

Bis heute gilt das Fernrohr auf Cheisacher mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 48 Zentimetern und einer Brennweite von 5 Metern immer noch als das grösste Instrument im Kanton Aargau. Im Idealfall erlaubt es eine 500-fache Vergrösserung. Leider ist die Zahl sternklarer Nächte in den letzten 30 Beobachtungsjahren drastisch gesunken, nicht zuletzt wegen der angestiegenen Dunstschicht und der zunehmenden Lichtverschmutzung der städtischen Regionen Limmattal, Brugg und Basel.

Tausende von Strassenlaternen und Leuchtreklamen werfen jede Nacht ihr Licht in den Nachthimmel und verunmöglichen dem Sterngucker oft das Aufspüren von Weltraumobjekten, deren eigenes Licht nach einer Reise von mehreren hundert Millionen Jahren den Weg zur Erde gefunden hat, nun aber nicht mehr gesehen werden kann. Um so erfreulicher, dass am Samstag im Rahmen der Herbstbeobachtung für die Öffentlichkeit ziemlich gute Sicht herrschte und der Blick in die Weiten des Alls möglich war. (chr)

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