2018 ist das wärmste Jahr seit Messbeginn vor über 150 Jahren und geht so in die Geschichtsbücher ein. Der Jahres-Temperaturrekord wurde nach 2014 und 2015 zum dritten Mal übertroffen.

Mit 884,4 Liter pro Quadratmeter fiel nur 76 Prozent des Jahres-Niederschlages, aber wegen der zu nassen Monate Januar, August und Dezember wurde aus dem Rekord-Dürresommer kein Rekord-Dürrejahr. Und trotz der sehr trüben Monate Januar, Februar, November und Dezember schien die Sonne 2018 92,5 Stunden länger als im langjährigen Jahressoll.

Die regionalen Wetterbesonderheiten des vergangenen Jahres im Überblick:

Januar

Am 3. Januar brachte Orkantief Burglind den Einsatzkräften viel Arbeit. In den ersten fünf Januartagen fielen schon zwei Drittel des normalen Januarniederschlages. Am 14. Januar gab es mit -1,9 Grad den ersten Frosttag des Jahres. Mit nur zwei Januar-Frosttagen gab es die wenigsten Januar-Frosttage seit Aufzeichnungsbeginn. Der Monat war mit einer Durchschnittstemperatur von 5,93 Grad (Norm 0,8 Grad) der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1966 und mit 165,6 Litern pro Quadratmeter fiel fast das Doppelte des normalen Januarniederschlages.

Februar

Am 22. Februar gab es mit einer Tages-Höchsttemperatur von -0,1 Grad den ersten Eistag in diesem Jahr. Dem folgte am 28. Februar mit -10,8 Grad die tiefste Temperatur des Jahres.

März

Der 1. März war mit einer Durchschnittstemperatur von -4,1 Grad der kälteste Märztag seit Aufzeichnungsbeginn. Am 23. März wurde die sogenannte Grünlandtemperatursumme erreicht. Sie ist in der Agrarmeteorologie ein wichtiger Wert. Ab dieser Grenze kann der Boden wieder genügend Stickstoff aufnehmen und verarbeiten.

April

Am 3. April gab es mit 20 Grad den ersten warmen Tag im Jahr 2018. Das wurde fünf Tage später bereits getoppt: Mit 25,1 Grad gab es den ersten Sommertag. Der 21. April war mit 29 Grad der zweitwärmste Apriltag seit Aufzeichnungsbeginn. Als Ergebnis dieser warmen Tage war bereits am 23. April die normale April-Sonnenscheindauer überschritten. Insgesamt war der April nach dem April 2007 der zweitwärmste April seit Messbeginn.

Mai

Laut Meteo Schweiz war in der Region der Mai 2018 der fünftwärmste Mai und der meteorologische Frühling 2018 nach 2007, 2011 und 2017 der viertwärmste Frühling seit Aufzeichnungsbeginn 1864.

Juni

Den ersten Hitzetag des Jahres gab es am 20. Juni mit 30,4 Grad. Mit einer positiven Temperaturabweichung von 2,3 Grad war es der viertwärmste Juni der letzten 53 Jahre und laut Meteo Schweiz in der Region der fünftmildeste seit Aufzeichnungsbeginn 1864.

Juli

Am 21. Juli wurde die langjährige durchschnittliche Jahres-Sommertageanzahl erreicht. Acht Tage später schon war die langjährige durchschnittliche Jahres-Hitzetageanzahl erreicht.

August

Der 3. August war mit 35,8 Grad der heisseste Tag des Jahres. Der 2,7 Grad zu warme August 2018 war nach dem August 2003 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen 1966.

September

Der 2,6 Grad zu warme meteorologische Sommer war nach dem Rekord-Hitzesommer 2003 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 150 Jahren. Das Sommerhalbjahr war gar das wärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1864. Der September war nach 1947 und 2016 der drittwärmste.

Oktober

Nach zwei weiteren Sommertagen am 12. und 13. Oktober wurde mit 100 Sommertagen der Jahres-Sommertagerekord des Jahrhundert-Hitzejahres 2003 um einen Tag übertroffen. Am 25. Oktober wurde die langjährige durchschnittliche Sonnenscheinzeit erreicht. Der Oktober war mit einer Sonnenscheinzeit von 170,15 Stunden nach 2011 der sonnenscheinreichste Oktober seit Aufzeichnungsbeginn 1966.

November

Der 18. November war mit -0,9 Grad der erste Frosttag im Herbst. Am 19. November gab es dann den ersten Schneefall. Der meteorologische Herbst war in der Region mit einem Niederschlagsdefizit von 181 Litern pro Quadratmeter der trockenste und mit einem Sonnenscheinüberschuss von 101 Stunden der zweitsonnigste Herbst seit Aufzeichnungsbeginn. Laut Meteo Schweiz ist es landesweit der drittwärmste Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen.

Dezember

Nach den niederschlagsarmen Vormonaten brachte der Dezember den lang ersehnten Niederschlag. Mit 133,8 Litern pro Quadratmeter fielen 27,8 Liter mehr Regen als im September, Oktober und November zusammen.

 

*Helmut Kohler betreibt Wetterstationen in Bad Säckingen und Schwörstadt.